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Neuer Rekord: Hubble entdeckt die bislang fernste Galaxie

Hubble als Zeitmaschine: Das Weltraumteleskop hat – in Rekordentfernung – eine Galaxie aus den Kindertagen des Universums beobachtet. Sie ist zwar klein, aber eine sehr produktive Sternenfabrik.

Neuer Rekord: Hubble entdeckt die bislang fernste Galaxie

Der neue Rekordhalter

(Bild: NASA, ESA, P. Oesch (Yale University), G. Brammer (STScI), P. van Dokkum (Yale University), and G. Illingworth (University of California, Santa Cruz))

Das Weltraumteleskop Hubble hat die bislang fernste Galaxie gesichtet. Das Licht der fernen Sterneninsel hat 13,4 Milliarden Lichtjahre zu uns zurückgelegt, wie das wissenschaftliche Weltraumteleskopinstitut STScI in Baltimore (US-Staat Maryland) am Donnerstag mitteilte. Damit ist die Galaxie mit der Katalognummer GN-z11 noch 200 Millionen Jahre älter als der bisherige Rekordhalter. Bis das neue James-Webb-Weltraumteleskop seine Arbeit aufnimmt, dürften wir auch keine weiter entfernte Galaxie mehr entdecken, meinen die Forscher.

Sehr viel weiter als bis GN-z11 können wir gar nicht gucken, denn das Universum ist erst 13,8 Milliarden Jahre alt. "Wir haben einen großen Schritt zurück in der Zeit getan, viel weiter als wir es mit Hubble je für möglich gehalten haben", kommentierte Untersuchungsleiter Pascal Oesch von der Yale-Universität die Entdeckung. "Wir sehen GN-z11 zu einer Zeit, als das Universum erst drei Prozent seines heutigen Alters hatte."

Zuvor hatten Astronomen die Entfernung der Galaxie geschätzt, erst jetzt gelang mit Hubble eine genaue Messung. Die junge Galaxie aus den Kindertagen des Kosmos' ist Beobachtungen zufolge 25 Mal kleiner als unsere Milchstraße und leuchtet überraschend hell. Sie besitzt zwar nur ein Prozent der Sterne unserer Galaxie, wächst aber schnell: Ihre Sternproduktion ist 20 Mal so hoch wie die der Milchstraße.

Die Analyse gibt Astronomen neue Einblicke in die Entwicklung des jungen Universums. "Es ist faszinierend, dass eine so massereiche Galaxie bereits 200 oder 300 Millionen Jahre nach der Entstehung der ersten Sterne existiert hat", erläuterte Oeschs Forscherkollege Garth Illingworth von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz.

(dpa) / (mho)

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