Menü

Neuer Rekord: Indien startet 104 Satelliten mit einer Rakete

In Indien hat eine Rakete bei einem Start 104 Satelliten ins All befördert – einen großen und 103 kleine. Die meisten stammen vom US-Startup Planet, das mit seinen Mikrosatelliten für tagesaktuelle Satellitenfotos nun größter Satellitenbetreiber ist.

von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 108 Beiträge
Rekord: Indien startet 104 Satelliten mit einer Rakete

Rekordstart auf Indiens Weltraumbahnhof Satish Dhawan

(Bild: ISRO)

Die indische Weltraumagentur ISRO hat einen Erdbeobachtungssatelliten des Typs Cartosat 2 und 103 Mikrosatelliten gestartet – so viele wie noch nie eine einzelne Rakete ins All befördert hat. Im 38. erfolgreichsten Start einer Rakete des Typs PSLV (Polar Satellite Launch Vehicle) in Serie wurden 1378 Kilogramm transportiert, von denen 714 auf die Hauptlast entfielen. Von den 103 mitgeführten Mikrosatelliten stammen 88 vom US-Startup Planet, das mit nun insgesamt 149 eigenen Satelliten zum zahlenmäßig größten Betreiber aufgestiegen ist.

Wie Quartz erläutert, ist es US-Unternehmen eigentlich verboten, Satelliten auf den stark vor Wettbewerb geschützten indischen Raketen zu starten. Aber weil es derzeit überall eine zu lange Warteliste gebe, habe Planet eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Mit den neuen Satelliten könne man die gesamte Landmasse der Erde einmal täglich aus dem All fotografieren, freut sich Planet. Nun gehe es darum, diese Daten für Kunden bereitzustellen. In drei Monaten sollen die im Orbit angekommenen Satelliten einsatzbereit sein und ihre Arbeit aufnehmen. Sie können demnach jeweils mehr als zwei Millionen Quadratkilometer pro Tag abbilden und Daten mit 200 MBit/s zur Erde senden.

Der Rekordstart von PSLV-C37 (11 Bilder)

Die Nutzlast von oben
(Bild: ISRO)

Für Indiens Weltraumagentur ist der Start ein weiterer Erfolg in einer immer länger werdenden Liste. Auf dem Subkontinent wurden nun 180 Satelliten ausländischer Betreiber gestartet, sowie 46 aus Indien selbst. So ließ es sich nun auch Präsident Narendra Modi nicht nehmen, den Wissenschaftlern zu diesem "neuen stolzen Moment" zu gratulieren. Im Kontrollzentrum hatten die Verantwortlichen da schon den neuen Rekord bejubelt. (mho)

Anzeige
Zur Startseite
Anzeige