Neuer Rekord bei Patentanmeldungen in Europa

Die Zahl der Anträge auf gewerblichen Rechtsschutz beim Europäischen Patentamt (EPA) ist 2010 um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf die Höchstmarke von 235.000 gestiegen. Anmeldungen aus China sind um 54 Prozent nach oben geschnellt.

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Patente sind in Europa wieder sehr gefragt. Die Zahl der Anträge beim Europäischen Patentamt (EPA) für einen entsprechenden gewerblichen Rechtsschutz ist 2010 um 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 235.000 gestiegen. Dies geht aus einer Statistik (PDF-Datei) hervor, die die Münchner Behörde veröffentlicht hat. Nach Angaben des EPA handelt es sich dabei um das höchste Aufkommen in der 34-jährigen Geschichte des Amts. Nach zwei Jahren mit rückläufigen Anmeldungen hätten die EU und die USA fast wieder das selbe Niveau erreicht wie vor der Finanzkrise. Zusammen mit einem "massiven Anstieg" der Anträge aus Asien habe dies für das EPA zu einem Rekordjahr geführt.

92.500 oder 39 Prozent aller Patentanmeldungen, die beim EPA eingingen, kamen aus den 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation (EPO), die hinter der Behörde steht. Deutschland lag mit 14 Prozent oder 33.100 Anmeldungen wieder klar in Führung, wobei die hiesigen Erfinder 8,5 Prozent mehr Anträge einreichten als im Vorjahr. Es folgen Frankreich mit 5 Prozent der Anmeldungen sowie die Schweiz, Großbritannien und die Niederlanden mit jeweils etwa 3 Prozent.

Bei den außereuropäischen Staaten stammten mit Abstand die meisten beim EPA eingegangen Anträge aus den USA und Japan, mit 26 respektive 18 Prozent der Anmeldungen. Der Anteil Chinas und Südkoreas betrug jeweils 5 Prozent bei beachtlichen Wachstumsraten. So schnellte die Zahl der Anmeldungen aus China um 54 Prozent auf 13.000 nach oben, die aus Südkorea stieg um 21 Prozent auf 12.000.

Die Liste der Produzenten der meisten Patentanträge ist fest in der Hand deutscher und niederländischer Konzerne: Sie wird angeführt von Siemens mit 2135 Anmeldungen, Philips mit 1765 und BASF mit 1707. An vierter, fünfter und sechster Position befinden sich mit Samsung, Qualcomm und Panasonic aber bereits Firmen aus Übersee. Insgesamt kommen 21 der 50 größten Anmelder aus Europa.

Bei der Betrachtung der einzelnen technischen Gebiete liegt die Medizintechnik mit 10.500 Anmeldungen vorn, recht dicht dahinter die Computertechnik mit 8300 Anträgen. Generell sei auf den Gebieten Telekommunikation, Transport und IT das Niveau von 2008 noch nicht wieder erreicht worden, betont die Behörde. Ferner seien 8200 Ersuche nach Rechtsschutz für elektrische Maschinen, Apparate und Energietechniken eingegangen. Die größten Zuwachsraten hätten die Biotechnologie mit einem Anstieg um 42,6 Prozent auf 7400 Anmeldungen, Arzneimittel mit 6700 Anträgen bei einem Plus von 20 Prozent und das Feld "Digitale Kommunikation" mit einer Steigerung um 11,2 Prozent auf 8000 Ersuche erzielt. (vbr)