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Neuer Tolino-Reader: Wassergeschützt, Blättern auf der Rückseite

Die Tolino-Allianz holt Libri ins Boot und präsentiert auf der Frankfurter Buchmesse ihren neuen E-Book-Reader: Der Tolino Vision 2 ist wassergeschützt und deutlich günstiger als der neue Kindle.

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Die Tolino-Allianz hat auf der Frankfurter Buchmesse neue Reader und Tablets vorgestellt. Außerdem steigt mit dem Großbuchhändler Libri ein neuer Partner in die Allianz ein. Libri wird den Tolino als Zwischenhändler auch in kleinere Buchhandlungen bringen, die keinen großen Ketten angehören. Buchhändler, die über Libri einen E-Book-Shop betreiben, können diesen künftig in das Ökosystem von Tolino einklinken und Tolino-Lesegeräte mit vorinstalliertem Shop in ihren Handlungen verkaufen.

Als konkrete Partner der ersten Stunde nannte Eckhard Südmersen, Geschäftsführer bei Libri, unter anderem das Kultur-Kaufhaus Dussmann, die Hamburger Ladenkette Heymann und Böhnert. Auch über Ländergrenzen hinaus konnte sich Tolino erweitern: Seit Juli gibt es Tolino in Belgien, im November kommt mit IBS.it ein Kooperationspartner in Italien hinzu.

Tolino Vision 2 und Tolino tab 8 (5 Bilder)

Tolino Vision 2

Der Tolino Vision 2 ist wassergeschützt und übersteht kurzes Untertauchen unbeschadet.

Alle Partner haben eigene E-Book-Shops, greifen aber auf eine gemeinsame Infrastruktur und Lesegeräte aus der Tolino-Reihe an. Die größte Besonderheit des neuen E-Book-Readers Tolino Vision 2: Er ist wie auch der Kobo Aura H2O wassergeschützt. Eine konkrete Zertifizierung nach IP-Standards nannte das Unternehmen nicht, versicherte aber, dass der Reader Wasserspritzer und gelegentliche Ausflüge in Wasserbecken aushalte. Für diesen Gehäuseschutz wird "Nano Coating" von HZO eingesetzt, bei dem die Hardware im Inneren des Readers mit einer dünnen Plastikschicht versiegelt wird. Das Gehäuse selbst und der Micro-USB-Slot sind nicht versiegelt, sodass beim Tauchgang tatsächlich Wasser ins Gehäuse gelangt, das man danach ausschütteln muss.

Wie der Vorgänger hat der Tolino ein E-Ink-Panel mit 6 Zoll Diagonale und 1024 × 758 Punkten Auflösung (213 dpi) eingebaut – damit löst er nicht so scharf auf wie der im November erscheinende Kindle Voyage (300 dpi). Als Technik kommt das aktuelle E-Ink Carta zum Einsatz, das auch im neuen Kindle und Kobo steckt. Die LED-Beleuchtung ist stufenlos einstellbar, bedient wird der Reader per Touchscreen.

Tolino hat leichte Veränderungen am Gehäuse vorgenommen: So reagiert die komplette Rückseite auf Fingertippen und kann darüber zum Vorwärtsblättern verwendet werden. Tolino nennt diese Technik Tab to Flip. Sie hat einen Erschütterungssensor, der Nutzer muss also tippen, eine leichte Berührung reicht zum Blättern nicht aus.

Ansonsten entsprechen die Hardware-Eigenschaften der üblichen Reader-Ausstattung. E-Books werden wie beim Vorgänger über WLAN heruntergeladen und synchronisiert. Als Speicher stehen intern 4 GByte zur Verfügung, von denen 2 GByte zum Speichern von E-Books genutzt werden können. Einen MicroSD-Slot wie beim Vorgänger gibt es nicht mehr. Über die Telekom-Cloud können Anwender ihre Bibliothek sowie den aktuellen Lesestand zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren.

Der Tolino Vision 2 soll ab November in den Handel kommen und ist bei einigen Anbietern wie der Vorgänger für 129 Euro vorbestellbar, andere listen ihn für 149 Euro. Der neue Kindle Voyage ist mit 190 Euro fürs WLAN-Modell deutlich teurer, ebenso der Kobo Aura H2O mit 180 Euro.

Auch ein neues Reader-Tablet mit LC-Display stellte Tolino vor. Das tolino tab 8 hat ein 8-Zoll-Display, als Zielgruppe sieht Tolino Familien, die Tolino mit einem Angebot interaktiver Kinderbücher locken will. Technisch liegt er im Tablet-Mittelfeld: Das Panel löst mit 1920 × 1200 Punkten auf, er wiegt 300 Gramm und ist 8 Millimeter dick. Im Prinzip läuft darauf ein weitgehend unangepasstes Android 4.4 mit Anbindung an die Google-Dienste, vorinstalliert ist die Lese-Software von Tolino, die Epub3 unterstützt. Als Prozessor nutzt der Tolino einen Intel Atom Z3735 mit 4 Kernen auf bis zu 1,83 GHz. Auch das Tablet soll im November auf den Markt kommen, einen Preis nannte Tolino noch nicht.

Die Tolino-Allianz versammelt die Buchhändler Thalia, Weltbild, (noch bis Ende des Jahres) Club Bertelsmann, Hugendubel und Libri sowie die Deutsche Telekom. Dazu kommt nun auch noch eBook.de hinzu. Gemeinsam präsentiert sie sich als Gegengewicht zu Amazon und seinem Kindle-Reader. Der Tolino ist den Angaben der Allianz zufolge inzwischen hinter dem Kindle der am meisten verkaufte Reader in Deutschland. Demnach hat Tolino inzwischen 35 Prozent Marktanteil bei E-Books in Deutschland. (acb)

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