Menü
CES

Neuer Withings-Besitzer setzt ganz auf Gesundheits-Geschäft

Nach dem Rückkauf von Nokia stellt der ehemalige Mitbegründer Carreel frühere Produkte ein und setzt den Fokus auf Gesundheitstechnik für Verbraucher.

vorlesen Drucken Kommentare lesen 12 Beiträge
Neuer Besitzer fokussiert Withings ganz auf Gesundheits-Geschäft

(Bild: Withings)

Die unter anderem für ihre vernetzten Waagen bekannte französische Firma Withings will sich nach ihrem kurzen Ausflug unter das Dach von Nokia komplett auf Gesundheitstechnik für Verbraucher konzentrieren. "Das Wachstum in diesem Bereich wird sich in den kommenden zwei Jahren beschleunigen. Die Menschen sind schließlich bereit, Geld dafür auszugeben", sagte Mitgründer Eric Carreel, der die Firma im vergangenen Jahr von Nokia zurückgekauft hatte, auf der Technik-Messe CES in Las Vegas. Frühere Produkte aus anderen Kategorien wie vernetzte Sicherheitskameras werde Withings dagegen nicht mehr anbieten.

Auf der CES zeigte Withings unter anderem eine Hybrid-Uhr, die ein EKG nehmen kann. Dafür muss man für kurze Zeit mindestens einen Finger auf einen Ring um das Zifferblatt legen. Das Ergebnis kann der Nutzer sich danach auf dem verbundenen Smartphone ansehen – weil die Uhr selbst ein Zifferblatt mit analogen Zeigern hat. Bisher hatte vor allem Apple mit der Integration von EKG-Technik in seine Computer-Uhr für Aufsehen gesorgt. Die Funktion ist auf der Apple Watch in Europa allerdings noch nicht verfügbar. Withings wolle bis Ende des ersten Quartals die nötige Zulassung bekommen, sagte Carreel. Außerdem präsentierte Withings in Las Vegas einen Blutdruckmesser, der auch ein EKG machen sowie mit einem digitalen Stethoskop den Herzschlag aufnehmen kann. Das Gerät soll im zweiten Quartal auf den Markt kommen.

Nokia hatte Withings 2016 für rund 170 Millionen Euro gekauft und zum Herzstück einer Gesundheitssparte gemacht. Nach Verlusten stellte der finnische Netzwerk-Ausrüster die Firma im vergangenen Jahr aber wieder zum Verkauf. Carreel griff zu. Er sei auch ursprünglich nicht zum Verkauf bereit gewesen, habe damals aber nicht die Kontrolle darüber gehabt, sagte er jetzt. Nokia habe unter anderem den Fehler gemacht, den Markennamen Withings auszumustern. "Als ich das Unternehmen wieder übernahm, war es in einem desaströsen Zustand und verlor viel Geld." Inzwischen seien die Verluste gestoppt worden. (bme)