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Neues Chromebook: Für 249 US-Dollar mit ARM Cortex-A15

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Das neue Chromebook mit 11,6-Zoll-Display und Exynos 5.

(Bild: Google)

Ein weiterer (indirekter) Sieg für ARM im Wettstreit mit Intel: Statt eines Ultrabook-Celeron oder Atom steckt im jüngsten Chromebook, das für 249 US-Dollar zu haben sein soll, ein System-on-Chip (SoC) mit zwei ARM-Kernen der jüngsten Generation Cortex-A15. SoC und Chromebook fertigt Samsung: In dem 1,1 Kilogramm leichten "Netbook" mit 11,6-Zoll-Display (1366 × 768) rechnet ein Exynos 5. Das Chromebook scheint somit das erste Serienprodukt mit Cortex-A15 zu sein und bestätigt damit auch die von ARM selbst getragene Einschätzung, dass diese vermutlich besonders leistungsfähigen Rechenkerne zumindest in den ersten (32/28-Nanometer-)Inkarnationen eher in größeren Mobilgeräten auftauchen. Genaue Daten zur Leistungsaufnahme des Exynos 5 veröffentlicht Samsung allerdings genau wie andere ARM-SoC-Hersteller nicht.

[Update:] Obwohl die deutsche Google-Webseite zurzeit wörtlich "das neue Chromebook" ankündigt und ausdrücklich einen Preis "ab 299 Euro" verspricht, ist damit anscheinend ein älteres Gerät gemeint – wobei unklar bleibt, welches genau. Die Webseite allaboutsamsung.de meldet jedenfalls unter Berufung auf den Google-Sprecher Stefan Keuchel, dass das tatsächlich neue Chromebook mit Cortex-A15 zunächst nicht in Deutschland zu haben sein wird.

Das Samsung Chromebook kann man in den USA für 249 US-Dollar ohne Steuern und mit der landestypisch kürzeren Garantiefrist bereits bei Amazon vorbestellen. Wie bei den Vorgängern läuft auf dem Gerät ausschließlich Googles Chrome OS, ein Cloud-Betriebssystem auf Linux-Basis mit automatischen Updates. Laut den Spezifikationen ist das Gerät 2 Zentimeter dick und soll 6,3 Stunden mit einer Akkuladung (30 Wattstunden) laufen. Es kommt ohne Lüfter aus und besitzt auch einen USB-3.0-Port. Außerdem sind eine USB-2.0- und eine HDMI-Buchse vorhanden. Der WLAN-Adapter unterstützt anscheinend auch 5-GHz-Technik, außerdem ist Bluetooth 3.0 an Bord. Als Massenspeicher sind 16 GByte NAND-Flash vorhanden, Google stellt 100 GByte Cloud-Speicher bereit – zwei Jahre Nutzungsdauer sind im Preis enhalten, die später 4,99 US-Dollar monatlich kosten.

(Bild: Google)

Laut den Angaben auf der US-amerikanischen Amazon-Webseite takten die beiden Cortex-A15-Kerne mit bis zu 1,7 GHz. 2 GByte "DDR3L"-SDRAM (vermutlich LPDDR3) stehen bereit. ein UMTS- oder LTE-Modem scheint bei diesem Gerät nicht eingebaut zu sein. Auf der Samsung-Webseite ist aber eine Version XE303C12 mit 3G-Mobilfunk für 329 US-Dollar zu finden.

Mit UMTS-Modem ist zurzeit in Deutschland das ältere Samsung-Chromebook XE500C21 für 399 Euro zu haben, in dem ein Intel Atom N570 steckt. Es hat ein etwas größeres Display (12,1 Zoll) mit geringerer Auflösung (1280 × 800), ist 200 Gramm schwerer, läuft aber mit 61-Wattstunden-Akku auch 30 Prozent länger, obwohl ein Lüfter drinsteckt. HDMI und USB 3.0 fehlen hier. Ein Trusted Platform Module (TPM) nutzt Google bei Chrome OS für "VerifiedBoot" – ein ähnliches Konzept wie UEFI Secure Boot.

Bisher hatte Google die Chromebooks und die Chromebox vor allem Firmen empfohlen. Unternehmen mit Sitz in der EU dürfen allerdings bestimmte Daten von Kunden oder Mitarbeitern nicht auf Cloud-Servern außerhalb der EU lagern – und können Chromebooks folglich kaum sinnvoll nutzen. Mit dem Samsung Chromebook zum Netbook-Preis zielt Google jetzt deutlich stärker auch auf Privatleute. (ciw)