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Neues Informationssystem der Polizei droht zu scheitern

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Das geplante neue bundesweite Fahndungssystem der Polizei (Inpol-neu) droht zu einer teuren Fehlinvestition zu werden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schätzt am heutigen Dienstag den Schaden auf mehr als 100 Millionen Mark. Der GdP-Bundesvorsitzende Konrad Freiberg forderte einen "völligen Neuanfang" für das seit 1992 geplante Projekt. "Inpol-neu" soll die verschiedenen Fahndungssysteme der Länder und des Bundes vernetzen.

In einem Überprüfungsbericht im Auftrag des Bundesinnenministeriums, der dpa vorliegt, heißt es: "Es ist nicht auszuschließen, dass das Projekt mit dem heutigen Entwicklungsansatz nicht erfolgreich abgeschlossen werden kann." Unternehmensberater empfehlen in dem Bericht, mit einem "Lasttest" bis zum Jahresende zu klären, ob das bereits weit fortgeschrittene System überhaupt funktionieren kann. Problematisch sei "die Gesamtkomplexität des Projektes".

In diesem Jahr war ein Probelauf missglückt. Inpol-neu war in einer unvollständigen Version am Ostersonntag bereits zehn Minuten nach dem Start zusammengebrochen. Der ursprüngliche Zeitplan, nach dem das bisherige, von 1972 stammende System "Inpol aktuell" im Oktober zu Gunsten des neuen Systems abgeschaltet werden sollte, wurde damit hinfällig.

Zum Thema Polizei-Fahndungssystem/Inpol-neu siehe auch die Berichterstattung auf Telepolis: (anw)