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Neues Jahr, alte Probleme: Yahoo laboriert am Konzernumbau

Fast drei Jahre nach dem Start als Yahoo-Chefin muss Marissa Mayer schwache Quartalszahlen erläutern und Investoren begegnen, die es auf die Firmenkasse abgesehen haben. Der Konzernumbau, der Yahoo fit für die Zukunft machen soll, wird noch Jahre dauern.

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(Bild: dpa, Michael Nelson)

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Gewinneinbruch, Anzeigenschwund und unzufriedene Investoren: Der US-Internetkonzern Yahoo, der gerade seinen 20. Geburtstag feiern konnte, kommt nicht wie gewünscht voran. Im ersten Quartal brach der Überschuss im Jahresvergleich um 93 Prozent auf 21 Millionen Dollar ein.

"Yahoo ist mitten in einem mehrjährigen Umbau, um als Unternehmen wieder eine Ikone zu werden", sagte Konzernchefin Marissa Mayer. Sie will durch neue Inhalte und Funktionen mehr Nutzer und damit Werbeanzeigen auf die Yahoo-Angebote locken. Das wollte zuletzt aber nicht so recht gelingen. Auch eigene Möglichkeiten für die Internet-Suche über die Kooperation mit Microsoft hinaus hat Yahoo ausgehandelt.

Yahoo meldete zwar einen Umsatzanstieg um acht Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Ohne die Erlöse, die für die Weiterleitung von Nutzern an Partner-Websites fließen, waren es aber nur 1,04 Milliarden Dollar und damit fast fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Ein Grund waren Kosten für eine Kooperation mit Mozilla beim Web-Browser Firefox. Dort ersetzte Yahoo Google als voreingestellte Suchmaschine.

Das Anzeigen-Kerngeschäft von Yahoo kommt zudem nicht aus dem Knick. Klassische Desktop-Werbung bringt in Zeiten boomender Smartphone-Verkäufe immer weniger ein. Zuletzt gingen die um Abgaben an Partner-Seiten bereinigten Erlöse um sieben Prozent zurück. Es war bereits das vierte Quartal mit einem Minus in Folge. Kräftiges Wachstum bei Anzeigen auf Mobilgeräten hilft da auch nicht viel.

Yahoo leidet unter der harten Konkurrenz von Rivalen wie Google und Facebook. Laut dem Analysehaus eMarketer könnte sogar der Kurznachrichtendienst Twitter im US-Markt für digitale Anzeigen bald an Yahoo vorbeiziehen. Analysten bezeichneten den vierteljährlichen Finanzbericht einhellig als Enttäuschung.

Mayer hebt hervor, dass die Erlöse in den von ihr zum Zukunftsgeschäft erklärten Bereichen mobile Geräte, Video und Online-Netzwerke von 230 auf 363 Millionen Dollar hochgesprungen seien.

Die Konzernchefin bräuchte eigentlich dringend durchschlagende Erfolge. Investoren wie der Hedgefonds Starboard Value machen Druck: Sie wollen dass die Konzernkasse durch die Abspaltung von Unternehmensteile gefüllt und dann an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Dabei haben sie vor allem die 35,5-prozentige und mehr als acht Milliarden Dollar wertvolle Beteiligung an Yahoo Japan im Auge.

Die Top-Managerin kam Starboard und Co. entgegen. Ein Plan sei in Arbeit, Berater würden die Optionen sondieren. Yahoo hat zuletzt bereits Milliardenerlöse aus der Beteiligung an der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba an Investoren weitergereicht. Die Aussicht auf weitere Einnahmen ließ die Aktie nachbörslich ins Plus drehen. Der Kurs war in diesem Jahr bisher um zwölf Prozent gefallen. (jk)