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Neues Kryptogeld Libra: Facebook plant die Weltwährung

Facebooks Kryptogeld Libra soll eine globale Digitalwährung werden. Dabei versichert das Online-Netzwerk, dass Finanzdaten der Nutzer geschützt sein sollen.

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(Bild: libra.org)

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Facebook will die Finanzwelt umkrempeln: Das Online-Netzwerk hat eine neue globale Währung erfunden. Das Digitalgeld mit dem Namen Libra basiert ähnlich wie der Bitcoin auf der sogenannten Blockchain-Technologie, soll aber ohne Kursschwankungen auskommen. Facebook werde dabei auch auf Datenschutz achten, versicherte der für das Projekt zuständige Manager David Marcus.

In der Anfangszeit dürfte das Digitalgeld vor allem für Überweisungen zwischen verschiedenen Währungen eingesetzt werden, sagte Marcus der dpa. Damit würde Libra mit Diensten wie Western Union oder Moneygram konkurrieren, die für internationale Überweisungen hohe Gebühren verlangen. Die Vision sei aber, Libra schließlich zu einem vollwertigen Zahlungsmittel für alle Situationen zu machen.

Im Whitepaper zur Kryptowährung wird der Angriff auf die Bankenwelt etwas unverhohlener formuliert. "Für zu viele Menschen sehen Teile des Finanzsystems immer noch wie Telekommunikationsnetze vor der Einführung des Internets aus", heißt es dort. Hohe Gebühren für Finanzdienstleistungen werden mit den Kosten einer SMS vor 20 Jahren verglichen. Die Welt brauche jetzt ein Digitalgeld, das das Versprechen eines "Internets des Geldes“ endlich einlöse.

Für Verbraucher soll es einfach sein, das Geld zwischen Libra und anderen Währungen zu tauschen und Transaktionen damit zu machen. So soll man Libra-Überweisungen zum Beispiel direkt in Facebooks Chatdiensten WhatsApp und Messenger ausführen können. Mit einer Verknüpfung zum Bankkonto sollen Libra auch direkt auf dem Smartphone in andere Währungen umgetauscht werden können.

Um das große Ziel einer digitalen Vollwährung zu erreichen, hat Facebook eine Allianz geschmiedet: die Libra Association und nicht Facebook selbst soll das Digitalgeld verwalten. Unter den aktuell 28 Mitgliedern sind die Finanzdienstleister Visa, Mastercard, Paypal und Stripe – was die Integration in andere Bezahlsysteme erleichtern dürfte. Darüber hinaus sind auch Vodafone und Ebay, die Reisebuchungs-Plattform Booking.com sowie der Musikstreaming-Dienst Spotify und die Fahrdienst-Vermittler Uber und Lyft an Bord. Zum Libra-Start im Jahr 2020 hoffe er auf mehr als 100 Mitglieder, sagte Marcus.

Facebook werde keine Sonderrolle in der Organisation haben, versichert Marcus. Stattdessen soll jedes Gründungsmitglied der Association einen Knoten im Netzwerk betreiben dürfen – und analog dazu eine Stimme im Leitungsgremium haben. Größere Entscheidungen, etwa über die technische Roadmap, werden dann mit Zwei-Drittel-Mehrheit gefällt.