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Neues Kryptogeld Libra: Facebook plant die Weltwährung

Wallets von Facebook und anderen

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Libra können auch in anderen Crypto-Wallets verwaltet werden.

(Bild: heise online)

Zur Aufbewahrung und Nutzung von Libra werden verschiedene Anbieter digitale Brieftaschen, sogenannte Wallets, aufsetzen können. Facebook will nur einer von vielen Wallet-Anbietern sein, dafür gründete das Online-Netzwerk die Tochterfirma Calibra mit Marcus an der Spitze. "Facebook und Calibra werden keine besonderen Rechte oder Vorteile haben, obwohl wir den gesamten Quellcode für die Blockchain und die Transaktionen geschrieben haben“, sagte er.

Bei der eigenen Wallet wird gerade auch der Datenschutz hervorgehoben. "Mit wenigen Ausnahmen teilt Calibra ohne Zustimmung des Kunden keine Kontoinformationen oder Finanzdaten mit Facebook, Inc. oder anderen Drittparteien", heißt es in einer Mitteilung. Facebook steht insbesondere nach dem Skandal um Cambridge Analytica unter massivem Druck, den Datenschutz zu verbessern.

Nutzer sollen im Libra-System wie beim Bitcoin unter pseudonymen Adressen agieren können, von denen sich beliebig viele generieren lassen. Die übliche Regulierung – also zum Beispiel Maßnahmen gegen Geldwäsche – werde auf Ebene der Wallets greifen, sagte Marcus. "Wir haben mit Regulierern rund um die Welt gesprochen.“ Für Unternehmen, die Gründungsmitglieder der Libra-Allianz werden wollen, wurde eine Hürde gesetzt: Sie müssen einen Marktwert von mindestens einer Milliarde Dollar oder mehr als 20 Millionen Kunden haben. Mitglieder müssen mindestens zehn Millionen Dollar investieren.

Ähnlich wie bei der Kryptogeldplattform Ethereum soll es nicht nur um Zahlungen gehen – Libra soll auch die Möglichkeit bieten, in Programmcode formulierte Vereinbarungen auszuführen. Für diese Smart Contracts steht eine neue Programmiersprache namens Move zur Verfügung. Eine quelloffenes Testnetz für interessierte Entwickler ist auch an den Start gegangen.

In der Blockchain von Libra wird auch kein energieaufwendiges Mining nötig sein. Stattdessen darf aus der Reihe der Netzwerknoten, auch Validatoren genannt, jeweils einer Transaktionen einsammeln und zu einem neuen Datenblock bündeln. Der Block wird dann von den anderen Validatoren geprüft – und sofern zwei Drittel zustimmen, dann als gültig in die Blockchain übernommen. Facebook nennt den dahinterstehenden Konsenmechanismus LibraBFT. Weitere technische und organisatorische Details finden sich in einer Sammlung von Dokumenten zum Download.

Facebooks Plan stößt bereits erste Veränderungen an. Moneygram, einer der Spezialisten für internationale Überweisungen, die direkt vom Libra-Start betroffen sein dürften, gab wenige Stunden nach der Facebook-Ankündigung eine Partnerschaft mit der Blockchain-Firma Ripple bekannt. Die Moneygram-Aktie sprang daraufhin im vorbörslichen Handel von 1,45 Dollar auf zeitweise gut 3,60 Dollar hoch. (Mit Material der dpa) / (axk)