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Neues Major-Release 2.0.0 des Linux Video Disk Recorder

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Nach fünf Jahren Entwicklungszeit und 43 Entwicklerversionen hat Klaus Schmidinger, der Autor der Linux-Video-Rekorder-Software VDR die Version 2 veröffentlicht. Die Software liefert nunmehr volle HDTV-Unterstützung. Die Ausgabe des Fernsehbildes erledigt entweder ein Plug-in über die Grafikkarte oder der Hardwardecoder einer DVB-Karte; bislang beherrscht die Wiedergabe in HD-Auflösung nur die S2-6400-DVB-Karte von TechnoTrend, die allerdings weitgehend vergriffen ist.

Mit HDTV einhergehend hat Klaus Schmidinger auch das Aufzeichnungsformat von PES (Packetized Elementary Stream) in TS (Transport Stream) geändert. Alte Aufzeichnungen kann der neue VDR aber weiterhin abspielen. An vielen anderen Stellen hat der VDR dazu gelernt, etwa DVB-Untertiteln und ATSC-Unterstützung. Weitere Threads verbessern den Umgang mit den Elektronischen Programmdaten (EPG), was sich besonders dann auswirkt, wenn die umfangreich ausfallen. Ferner kommt VDR2 besser mit EPG-Daten aus externen Quellen klar.

VDR vor zehn Jahren – zu Zeiten von VDR 1.2 einige O-Töne mit Klaus Schmidinger aus der ersten c't-TV-Sendung

VDR 2.0.0 beherrscht nun auch das "Satellite Channel Routing" (SCR), bei dem mehrere Receiver an einem Kabel betrieben werden können (auch unter dem Markennamen "Unicable" bekannt). Auch ohne SCR können sich mehrere DVB-Karten nun ein Sat-Kabel teilen. Der VDR stellt dabei sicher, dass diese Karten immer nur die selbe Polarisationsebene (V/H) und dasselbe Frequenzband (lo/hi) nutzen.

An der Oberfläche hat sich ebenfalls einiges getan. Das On-Screen-Display (OSD) kann nun in HD-Auflösung Bildschirm-füllend dargestellt werden und liefert TrueColor-Farben. Der neue Standard-Skin "LCARS" ist der Bedienoberfläche der Steuerkonsolen aus Star Trek nachempfunden. Neben den alten OSD-Designs gibt es darüber hinaus auch einige Plug-ins wie nOpacity, das die Möglichkeiten noch weiter ausreizt.

VDR 2 (4 Bilder)

Standard-Bedienoberfläche LCARS

Das Standard-Skin ist den Steuerkonsolen aus Star Trek nachempfunden.

VDR 2.0.0 setzt DVB-Treiber voraus, die mindestens die DVB-API 5.3 umsetzen, also mindestens einen Linux-Kernel ab 3.0 oder die externen DVB-Treiber von linuxTV.org. Den aktuellen Quelltext von VDR 2.0.0 und eine detaillierte Übersicht aller Änderungen sind im Download-Bereich der VDR-Projektseite zu finden. Für den VDR stehen zahlreiche Plug-ins zur Verfügung, die diesen um zusätzliche Funktionen erweitern. (ps)

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