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Neues Router-Flaggschiff aus Berlin: Fritzbox 7580 mit MU-MIMO

Der Kommunikationsspezialist AVM wollte sein neues Flaggschiff ursprünglich Anfang September auf der IFA-Messe zeigen. Mit der MU-MIMO-Technik bekommt es ein Sahnehäubchen fürs WLAN. Wir konnten ein Exemplar bereits antesten.

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Neues Router-Flaggschiff aus Berlin: Fritzbox 7580 mit MU-MIMO

Der erste Router aus dem Hause AVM mit fünf Gigabit-Ethernet-Ports, VDSL-Modem für Vectoring und modernem WLAN mit MU-MIMO: Fritzbox 7580.

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AVM FRITZ!Box 7580 (20002761)
AVM FRITZ!Box 7580 (20002761) ab € 208,–

Mit der Fritzbox 7580 geht AVM schon äußerlich neue Wege: Das Spitzenmodell steckt in einem zurückhaltend eleganten, rechteckigen Gehäuse mit abgerundeten Ecken und Kanten. Vom grellen Rot der Vorgänger mochten sich die Berliner aber noch nicht ganz trennen. Fünf LEDs informieren wie üblich über die wichtigsten Betriebszustände, etwa, ob eine Internet-Verbindung besteht oder ob WLAN eingeschaltet ist. Eine der Leuchten lässt sich wie üblich programmieren, sodass sie beispielsweise aufgezeichnete Anrufe signalisiert. WPS, WLAN und DECT lassen sich wie bei den bisherigen Modellen per Knopfdruck ein- oder ausschalten.

Anders als bei Vorgängern ist die Wandhalterung bei der Fritzbox 7580 nicht direkt im Boden des Gehäuses integriert, sondern als mitgeliefertes Zubehörteil ausgelegt.

(Bild: Dusan Zivadinovic)

An der Rückseite sind wie bei den Vorgängern zahlreiche Anschlüsse angebracht. Nicht überraschend sind darunter zwei USB3-Buchsen und fünf Telefonie-Ports (zwei RJ-11-Buchsen, zwei TAE-Buchsen und ein S0-Anschluss für den hausinternen ISDN-Bus). Zusätzlich enthält die Tk-Anlage eine DECT-Basisstation für bis zu 6 Handgeräte. Interessanterweise bringt das Gerät zusätzlich zum erwarteten vectoring-fähigen xDSL-Anschluss und einem 4-Port-Switch fürs LAN noch einen fünften Gigabit-Ethernet-Port mit, über den sich die Internetverbindung alternativ aufbauen lässt. Dafür ist ein externes Modem erforderlich.

Man denkt zunächst an Kabel- und Glasfasermodems. Aber auch DSL-Modems kommen in Frage – denn dann lässt sich die Fritzbox 7580 auch an kombinierten DSL- und ISDN-Anschlüssen betreiben (Annex-B-Konfiguration). Das integrierte xDSL-Modem ist nämlich ausschließlich für IP-basierte Festnetzanschlüsse ausgelegt. An Annex-B-Anschlüssen synchronisiert zwar auch das interne DSL-Modem, aber die dabei mit DSL kombinierte ISDN-Leitung nutzt es nicht. Prinzipiell sind auch Dual-WAN-Konfigurationen für parallelen Internet-Verkehr über zwei Festnetzleitungen vorstellbar. Das FritzOS, auf dem Testgerät in Version 6.53, ist dafür freilich nicht ausgelegt.

Ob sie Clients schnell, also in der MU-MIMO-Betriebsart anbindet, zeigt die Fritzbox 7580 in der Bedienoberfläche (blaue Unterlegung in der Spalte "Eigenschaften").

Das Spannendste steckt indes innen: Die 7580 hat als erste Fritzbox WLAN-Chips, die Multi-User-MIMO beherrschen. Mit MU-MIMO können Router erstmals mehrere kompatible WLAN-Clients tatsächlich gleichzeitig mit Daten versorgen statt wie bisher nur nacheinander. Das erhöht den Summendurchsatz in der Funkzelle, sodass mehr Kapazität für die anderen Clients übrig bleibt.

Das 5-GHz-WLAN-Modul liefert mit vier MIMO-Streams gemäß IEEE-Norm 802.11ac brutto bis zu 1733 MBit/s. Im 2,4-GHz-Band sind es ebenfalls mit vier Streams nach dem 11n-Standard brutto bis zu 600 MBit/s; unter Einsatz von proprietären Verfahren und passenden Gegenstellen können es bis zu 800 MBit/s werden. Noch sind Laptops mit MU-MIMO rar, aber erste USB-Nachrüstadapter sind schon für unter 50 Euro im Handel (ab 16,55 €).

Fritzbox 7580: Rückansicht mit angebrachter Wandhalterung. Die Box steht so auch etwas weiter von der Wand entfernt, was der Kühlung durch Luftzirkulation zugute kommt.

(Bild: Dusan Zivadinovic)

Wir haben die Fritzbox 7580 kurz vor dem Marktstart des Geräts erhalten. In ersten Tests machte das Gerät einen guten Eindruck. Es ließ sich wie Vorgänger-Modelle leicht in Betrieb nehmen und lieferte in NAT-Durchsatzmessungen 600 bis 800 MBit/s. Aktuelle DSL-Anschlüsse reizt es also locker aus. Und selbst für die heute schnellsten Kabelanschlüsse, die bis zu 400 MBit/s zum Teilnehmer liefern (Downstream), hat es ausreichend Reserven. Weitere Messwerte der Fritzbox 7580 finden Sie im unten verlinkten Beitrag zur Auswahl und Einrichtung von Fritzboxen.

Die Anfang September erscheinende c't-Ausgabe 19/2016 bringt unter anderem einen umfassenden Test von WLAN-Routern mit MU-MIMO-Technik. Die Fritzbox 7580 wird ausführlich berücksichtigt. Derweil wird der Router ohne die übliche Ankündigung des Herstellers bereits an Händler ausgeliefert und soll 289 Euro kosten.Die Fritzbox 7580 (ab 208 €) kann man bereits u.a. bei Media Markt vorbestellen.

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[Update]: 22.8.2016, 19:30, ISDN-Hinweis zu Annex B ergänzt

[Update]: 19.8.2016, 18:55, Hinweis zu weiteren Messwerten hinzugefügt

[Update]: 19.8.2016, 17:10, Fotos von der Rückansicht nebst Wandhalterung (dz)