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Neues von AMDs Catalyst-Treiber [Update]

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AMD will den kommenden Grafikkartentreibern Catalyst 10.2 und 10.3 zahlreiche Neuerungen spendieren. So sind die bis dato im Treiber eingebetteten Spieleprofile nun getrennt hinterlegt und lassen sich dadurch separat aktualisieren. Man ist also nicht mehr gezwungen, jeweils auf den in monatlichen Abständen erscheinenden Grafikkartentreiber zu warten. Eine automatische Update-Funktion ist jedoch nicht vorgesehen; die Profile müssen manuell von der AMD-Webseite heruntergeladen und eingespielt werden. Nvidia bietet seit Juli vergangenen Jahres SLI-Profile für aktuelle Spiele ebenfalls zum separaten Download an.

In Multi-GPU-Verbünden soll die zweite Grafikkarte beziehungsweise der zweite Grafikchip auf einer Multi-GPU-Platine ab Catalyst 10.2 außerdem etwas sparsamer arbeiten. Durch den Ultra Low Power State verheizt beispielsweise ein Crossfire-System mit zwei HD-5800er-Radeons laut AMD 12 Watt weniger im Leerlauf.

Spieler mit Crossfire-Verbünden können mit dem Catalyst 10.2 nun auch die Eyefinity-Funktion ohne Einschränkungen nutzen: Spiele, die via Eyefinity über mehrere Monitore gestreckt in sehr hohen Auflösungen dargestellt werden, profitieren nun also auch von der Rechenkraft des zusätzlichen Grafikchips.

Nebenbei verlor AMD auch ein Wort über die zukünftigen Treiber-Pläne. So soll es zukünftig durch einen Umbau der Treiberschnittstelle möglich sein, unterschiedliche Grafikkarten im Verbund rechnen zu lassen. Bisher funktioniert sowas nur mit identischen Modellen, beispielsweise mit zwei Radeon HD 5850. Durch die Trennung der Multi-GPU-Schnittstelle soll es laut AMD zukünftig kein Problem sein, beispielsweise eine Radeon HD 5970 mit einer Radeon HD 5750 oder gar integrierter AMD-Chipsatzgrafik zu koppeln. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten sogar Grafikkarten unterschiedlicher Generationen zusammen: So sollen sich zum Beispiel auch DirectX-10- und DirectX-11-Karten problemlos koppeln lassen. Bei DirectX-11-Spielen rechnet bei solch einer Kombination nach Aussagen von AMD die DirectX-11-Grafikkarte dann allein.

Außerdem soll die zweite Grafikkarte auch bei solch einem Verbund beim Nichtstun in den sparsamen Ultra Low Power State fallen, sofern sie dies unterstützt. Besonders interessant ist diese Funktion auch in Hinblick auf die für das kommende Jahr erwarteten Fusion-Prozessoren (AMD Llano), die neben vier CPU-Kernen auch eine Grafikeinheit auf dem "Die" beinhalten. Steckt eine weitere Grafikkarte im System, kann diese bei grafikintensiven Anwendungen einspringen und sonst im sparsamen Tiefschlaf verharren.

Als letzte Neuerung des Catalyst 10.2 führt AMD nun außerdem die Möglichkeit an, Ton über die DisplayPort-Buchse an entsprechende DP-Displays weiterzuleiten. Bis dato war die Tonausgabe lediglich via HDMI möglich.

Die März-Version des Grafikkartentreibers (10.3) unterstützt die Ausgabe von stereoskopischen 3D-Bildern, erlaubt im Eyefinity-Betrieb die Konfiguration mehrerer Display-Groups (besonders interessant für die Ende März erwartete Radeon HD 5870 Eyefinity-Edition mit sechs DisplayPort-Ausgängen) und bietet über Hotkeys die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Konfigurationen Hin- und Herzuschalten. Außerdem sollen sich Farbe, Helligkeit und Kontrast bei jedem einer Display-Group zugehörigen Monitor einstellen lassen.

Über ein im Treiber integriertes Tool lassen sich ab Catalyst 10.3 schließlich auch die Pixelränder an den Displaykanten anpassen, um die Rahmenbreite der Monitore zu kompensieren (Display Bezel Correction). Zudem sollen mit dem Catalyst 10.3 erstmals auch in Notebooks verbaute Mobility-Versionen der Radeon-Grafikkarten ab der HD-2000-Serie unterstützt werden – sofern es sich nicht um Notebooks von Panasonic, Sony oder Toshiba handelt. Diese Firmen wollten laut AMD nicht am entsprechenden Programm teilnehmen.

Catalyst 10.2 erscheint laut AMD im Laufe des Mittwoch, die Version 10.3 nicht vor Mitte März.


[Update] Mittlerweile hat AMD den Catalyst 10.2 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Treiber steht jeweils für die 32- und 64-Bit-Versionen der Betriebssysteme Windows 7, Vista und XP zum Download bereit. Für Linux x86 und x86-64 ist weiterhin Version 10.1 die aktuellste. (mfi)

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