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Neurogrid: Chip ahmt das Gehirn nach

Forscher der Universität Stanford haben einen Chip entwickelt, der nahezu wie ein menschliches Gehirn arbeitet. Das sogenannte Neurogrid-Board soll 9000-mal schneller arbeiten als aktuelle PCs, aber nur einen Bruchteil an Energie benötigen.

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Das von der Europäischen Union initiierte Human Brain Project verfolgt das Ziel, mit Hilfe von Supercomputern die Arbeit des menschlichen Gehirns nachzustellen. Biowissenschaftler der kalifornischen Universität Stanford haben nun unter der Bezeichnung Neurogrid eine Rechnerplatine entwickelt, deren 16 "Neurocore"-Chips nach dem Prinzip des Gehirns arbeiten. Das System von der Größe eines Tablets ist in der Lage, rund eine Millionen Neuronen und Milliarden von Synapsen-Kontakten zu simulieren.

Das von Biowissenschaftler Kwabena Boahen entwickelte Neurogrid arbeitet nach dem Vorbild des Gehirns und simuliert eine Million Neuronen und Milliarden von Synapsen-Kontakten.

Mit diesem Ansatz lassen sich erhebliche Geschwindigkeitsvorteile gegenüber den klassischen Rechnersystemen mit Halbleiterchips erzielen – bereits ein Mäusegehirn arbeite rund 9000-mal schneller als ein aktueller PC beim Versuch, das Hirn zu simulieren, erklärt der am Projekt beteiligte Wissenschaftler Kwabena Boahen. Ein weiterer maßgeblicher Vorteil von Neurogrid sei die Energieeffizienz. Das System arbeite etwa um den Faktor 40.000 sparsamer als ein herkömmlicher PC.

Um Neurogrid für den praktischen Einsatz reif zu machen, arbeiten die Wissenschaftler aktuell an der Entwicklung von Compiler-Software und einer weiteren Senkung der Kosten des Systems – der vom National Institut of Health geförderte Prototyp hat rund 40.000 US-Dollar gekostet. Konkrete Einsatzmöglichkeiten für Neurogrid sieht Boahen beispielsweise bei der Steuerung von Körperprothesen oder auch humanoider Roboter. (map)

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