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Technology Review

Neurowissenschaften: Nachrichten aus dem Wachkoma

2006 gelang es Adrian Owen erstmals nachzuweisen, dass Wachkoma-Patienten Bewusstsein besitzen. Seitdem versucht der britische Neurowissenschaftler, Kontakt zu ihnen aufzunehmen.

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Nachrichten aus dem Wachkoma

Neuroforscher Adrian Owen scannt auf der Suche nach Bewusstsein das Gehirn von Komapatienten.

(Bild: John Hryniuk)

Durch Zufall machte Adrian Owen vor gut zwanzig Jahren bei seinen Untersuchungen am Wolfson Brain Imaging Centre in Cambridge eine Entdeckung. Der britische Forscher zeigte einer nach außen hin vollkommen reaktionslosen Patientin Fotografien, während er ihr Gehirn scannte. Verblüfft stellte er fest, dass Teile ihres Gehirns reagierten, obwohl es darüber hinaus keinerlei äußerliche Anzeichen dafür gab. Das überzeugte den Neurowissenschaftler, fortan weiter nach dem Bewusstsein in Wachkoma-Patienten zu suchen, wie er im Interview in der neuen April-Ausgabe von Technology Review (im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich) berichtet.

Inzwischen hat Owen seit 2011 den Canada Excellence Research Chair für Neurowissenschaft und Bildgebung am Brain and Mind Institute der University of Western Ontario inne. Dort verfolgt er sein Ziel, mit Wachkoma-Patienten zu kommunizieren weiter, nutzt mittlerweile aber die funktionelle Magnetresonanztomografie und sogar die Nahinfrarotspektroskopie für seine Forschung. Außerdem hat er ausgeklügeltere Verfahren entwickelt, um den scheinbar vollkommen bewusstlosen Wachkoma-Patienten Fragen stellen zu können – und auch die Antworten zu sehen. Gemeinsam mit seinem Team kam der Neuroforscher zu dem Ergebnis, dass rund 20 Prozent dieser Patienten noch über ein Bewusstsein verfügen, sich aber nicht ohne Weiteres mitteilen können.

Über weitere Details seiner Forschung berichtet Adrian Owen in einem Interview in der neuen Ausgabe von Technology Review, jetzt im gut sortierten Zeitschriftenhandel und im heise shop erhältlich.

(Inge Wünnenberg) / (inwu)

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