New Yorker Staatsanwaltschaft klagt Spyware-Verbreiter an

Auf das Online-Unternehmen Intermix Media, das millionenfach Spy- und Adware-Programme auf fremde Rechner geschleust hat, kommen jetzt wohl Forderungen in Milliardenhöhe zu.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Internet-Firmen, die heimlich Spy- und Adware-Programme auf Rechnern von Kunden installieren, stand der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer bislang eher passiv gegenüber. Jetzt allerdings hat Spitzer Anklage gegen das kalifornische Online-Unternehmen Intermix Media (vormals eUniverse) beim State Supreme Court in Manhattan erhoben. Intermix betreibt mehr als 40 Websites und bietet dort neben Anti-Aging-Produkten und Druckerzubehör auch Träger-Software für Spionageprogramme an. Diese werden beim Download von kostenlosen Bildschirmschonern, Grußkarten oder Spielen ohne Wissen der Anwender auf deren PCs installiert.

"Spy- und Adware-Programme sind mehr als nur eine Belästigung," formuliert Spitzer in einer Pressemitteilung seiner Behörde. "Es sind arglistige Programme, die Computer korrumpieren und in ihrer Leistungsfähigkeit einschränken. Solche Sachen können das Wachstum des E-Commerce behindern." Der Anklage gegen Intermix Media sei eine sechsmonatige Untersuchung voraus gegangen. Dabei habe sich herausgestellt, dass das Unternehmen millionenfach illegal Programme wie "KeenValue" (für das Einblenden von Pop-up-Anzeigen) und "IncrediFind" (Redirect zu einer eigenen Suchmaschine) auf fremde Rechner im ganzen Land schleust. Allein in New York sollen die Programme mehr als drei Millionen mal heruntergeladen worden sein.

Intermix habe zudem große Anstrengungen unternommen, die Existenz seiner Spyware auf den verseuchten Rechnern zu verbergen. Hinweise zu den Zusatzfunktionen der heruntergeladenen Träger-Software seien ebenfalls unterblieben. Intermix habe damit gegen das "General Business Law" des Staates New York sowie weitere Gesetze verstoßen. Spitzer will die Verantwortlichen deshalb zur Rechenschaft ziehen und beantragte einen Gerichtsbeschluss, der es Intermix verbietet, heimlich Spyware-Programme zu installieren. Zudem soll pro illegal installiertem Programm eine Strafzahlung von 500 US-Dollar festgelegt werden. In der Summe kämen auf das Unternehmen dann wohl Forderungen in Milliardenhöhe zu. Der Kurs der Intermix-Aktie stürzte nach Bekanntwerden der Anklage um 17 Prozent auf unter vier US-Dollar ab. (pmz)