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News Corp. in der Verlustzone

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Der US-Medienkonzern News Corporation des Multimilliardärs Rupert Murdoch ist wegen hoher Abschreibungen auf das Internet-Geschäft im vergangenen Quartal in die roten Zahlen gestürzt. Die Wirtschaftskrise und die Werbeflaute brachten zudem fast alle Konzernsparten massiv unter Druck. Murdoch will nun auch im Internet sämtliche Nachrichtenangebote des Konzerns kostenpflichtig machen.

Unter dem Strich stand im Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal ein Minus von 203 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor hatte die News Corp. noch mehr als 1,1 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Der Umsatz fiel um rund 11 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro), teilt der Konzern mit (PDF-Datei). Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009, das mit dem Juni endete, fiel bei der News Corp. nach bereits bekannten enormen Abschreibungen sogar ein Verlust von fast 3,4 Milliarden Dollar an. Der Umsatz schrumpfte um 8 Prozent auf 30,4 Milliarden Dollar.

Zur News Corp. gehören unter anderem TV-Sender (Fox), Zeitungen (Times und Wall Street Journal) und das Hollywood-Studio Twentieth Century Fox. Gerade erst vergrößerte der Konzern zudem seinen Einfluss auf den Bezahlsender Sky Deutschland. Die zuletzt hohen Sonderbelastungen kamen vor allem durch das Online-Netzwerk MySpace, das gegenüber Marktführer Facebook zunehmend ins Hintertreffen gerät.

Murdochs Pläne für ein Ende kostenloser Nachrichten im Web stellen eine Zäsur dar. Bei der Übernahme des Dow-Jones-Konzerns mitsamt dem Traditionsblatt Wall Street Journal vor zwei Jahren dachte er noch über völlig kostenlose, rein werbefinanzierte Nachrichtenseiten nach. Eine Trendwende deutete sich dann in diesem Mai zumindest für Großbritannien an. Das Wall Street Journal setzt im Web bereits auf ein großteils kostenpflichtiges Abo-Angebot. Auch der britische Konkurrent Financial Times fährt diese Strategie. Wegen der heftigen Werbe- und Medienkrise denken weltweit immer mehr Medienhäuser über eine Abkehr von Gratis-News nach. Allerdings ist umstritten, ob sich der Trend noch einmal umkehren lässt. Qualitätsjournalismus sei nicht billig, begründete Murdoch die Pläne für bezahlte Nachrichten im Web. Eine Branche, die ihre Inhalte einfach weggebe, kannibalisiere ihre Fähigkeit zu gutem Journalismus.

Im Geschäft E-Readern geht Murdoch zudem auf Konfrontationskurs zum Online-Riesen Amazon und dessen Kindle. Es gebe bereits Gespräche mit dem Sony-Konzern, der als Konkurrenz zu Amazons Kindle gerade zwei neue Modelle seines Lesegeräts für digitale Bücher und Zeitungen ankündigte. Auch hier geht es um die Höhe der Einnahmen für den Medienkonzern.

Für die kommenden Monate dämpfte Murdoch die Gewinnerwartungen. Das Schlimmste der Krise sei zwar offenbar vorbei. Es gebe aber keine klaren Anzeichen einer schnellen Erholung, sagte er. In der Krise hatten zuletzt auch alle anderen großen US-Medienkonzernen wie Time Warner, Disney und Viacom herbe Gewinneinbrüche erlitten. (dpa) / (anw)