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Newssite "The Register" feuert Mitbegründer Mike Magee

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Der in der Szene für seine sarkastischen Artikel und markanten Wortschöpfungen ("Chipzilla, Carminogate, Itanic") bekannte schottische Journalist Mike Magee ist von den Mitbesitzern der britischen Online-Newssite The Register rüde vor die Tür gesetzt geworden. In dem "Rausschmissschreiben", das Magee umgehend in Siliconinvestor veröffentlicht hat, verfügen die Mehrheitsbesitzer unter anderem: "Ihr Zugang zur Site ist gesperrt. Wir verbieten Ihnen, weitere Stories zu posten oder sich als Register-Angestellter oder Repräsentant zu präsentieren. Es wird Ihnen verboten, die Firma ohne Genehmigung zu betreten oder Ausrüstung der Firma ohne Genehmigung zu benutzen."

Der aktuelle Anlass ist eine Debatte auf Siliconinvestor über eine mit typischem englischen Humor gestaltete Seite auf The Register, wie man ebendort Artikel "kaufen kann". Im Verlauf dieser Debatte klagte Magee darüber, dass The Register zu einem "Vehicule of software" geworden sei, mit dem er nur noch wenig zu tun habe.

Wie Magee der c't-Redaktion in einem Telefon-Interview mitteilte, kriselte es zwischen den Besitzern schon seit ungefähr eineinhalb Jahren. Magee, der vor sieben Jahren das Register aus der Taufe gehoben hat und jetzt noch 22,5 Prozent der Anteile an der Site besitzt, sagte, er sei systematisch von allen Führungsentscheidungen ausgegrenzt worden, sei es bei der Einstellung neuer Mitarbeiter oder wie zuletzt bei Gesprächen über den Verkauf der Newssite. Die anderen drei Besitzer (Linus Birtles, Drew Cullen und John Lettice) waren am Sonntag über ihre Mobiltelefone zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Rausschmiss kam zu einem Zeitpunkt, da Magee nach einem kürzlich erlittenen Herzanfall auf eine Bypass-Operation wartet. Das werde ihn aber nicht abhalten, rechtlich gegen die Mitbesitzer vorzugehen, sagte er. In aller Eile hat Magee bereits eine neue IT-Newssite auf die Beine gestellt, die er µ the Inquirer nennt. (as)