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Nexgo startet Video-on-Demand-Angebot

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Das Arcor-Internetportal Nexgo startet im Mai einen Video-on-Demand-Service im Internet. "Ein breit gefächertes Angebot erspart den Weg zur Videothek", sagte Arcor-Chef Harald Stöber am heutigen Donnerstag in Hannover. Auf dem Arcor-Messestand wird der neue Dienst demonstriert. Die Qualität der Videos entspreche VHS und liege teilweise darüber, erkärte Stöber. Die Bezahlung erfolge online. Bis zur nächsten CeBIT möchte Arcor weitere Portale einführen. Stöber nannte eine spezielle Site für Kinder und einen Shopping-Kanal.

Für Geschäftskunden stellt Arcor auf der CeBIT erstmals Software zur Miete vor. Das Application-Service-Providing-Paket enthält zwei Groupware-Anwendungen und Microsoft Office 2000. Neu ist auch ein Arcor-Angebot für Voice-over-IP, mit dem Virtuelle Private Netze (VPN) erweitert werden können.

Arcor-Vorstandsvorsitzender Stöber übte harte Kritik an der Deutschen Telekom und forderte die Regulierungsbehörde auf, konsequent für fairen Wettbewerb einzutreten. "Die letzte Meile ist dramatisch zu teuer", beklagte er. Die Telekom verlange Einmalgebühren von 300 Mark und eine monatliche Miete von 25,40 Mark je Anschluss. Beim Kölner Carrier NetCologne bezahle Arcor nur 14,80 pro Monat und für den Wechsel einmalig etwa 100 Mark. Das XXL-Angebot der Telekom bezeichnete Stöber als "Tarif gegen Preselection". Die Kunden dürften nicht über andere Anbieter als die Telekom telefonieren. "Hier muss der Regulierer sich bekennen", sagte er.

Arcor möchte bis zum Jahresende in etwa 125 Städten präsent sein. Derzeit seien 70 Ortsnetze angeschlossen. Mit zielgerichteten Zukäufen und dem Einsatz von Richtfunk soll die Marktdurchdringung noch weiter verbessert werden. Rund 80.000 Kunden seien bisher komplett zu Arcor gewechselt, sagte Stöber. Presseberichten, wonach Arcor möglicherweise zerschlagen wird, widersprach Stöber energisch. Der Umsatz mit der DB AG betrage nur etwa 25 Prozent des Gesamtgeschäfts. Es gebe langfristige Verträge bis 2003, bei Funkdiensten sogar bis 2008, die beide Seiten einhalten wollten. Vorstellbar sei lediglich eine Rückübertragung von Telekommunikationsanlagen an die DB AG, weil die Bahn als Eigentümer der Anlagen dafür Subventionen bekommen könnte. Der Betrieb der Anlagen solle weiterhin durch Arcor erfolgen, so Stöber. (hod)