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Nginx Plus verbessert Lastverteilung und Hochverfügbarkeit

Der kommerzielle Ableger Ngnix Plus des quelloffenen Proxy- und Webservers Ngnix beherrscht in der Version R6 ein neues Load-Balancing-Verfahren und erweitert seine Hochverfügbarkeits- und Failover-Funktionen.

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Nginx Plus verbessert Lastverteilung und Hochverfügbarkeit

Der Web- und Proxyserver Nginx belegt in der aktuellen Statistik von Netcraft den dritten Platz nach den Konkurrenten Apache und Microsoft IIS mit annähernd 127 Millionen Installationen. Bei vielen dieser Installationen dürfte es sich um die Open-Source-Version des Servers handeln, die gegenüber den kommerziellen Nginx plus weniger Funktionen an Bord hat. Im neuen Nginx Plus R6 haben die Entwickler weitere Hochverfügbarkeits- und Failover-Funktionen eingebaut, das Load-Balancing erweitert, das Statistik-Dashboard überarbeitet, weitere SSL-Funktionen hinzugefügt und das Monitoring verbessert.

Laut der Release-Mitteilung überwacht das neue Load-Balancing-Verfahren "Least Time" parallel die Zahl der gleichzeitigen Verbindungen sowie die Antwortzeiten aller Nginx-Knoten im Load-Balancing-Pool. Es sendet neue Anfragen an die schnellsten und am wenigsten ausgelasteten Knoten. Das Verfahren soll gegenüber anderen besonders dann von Vorteil sein, wenn sich die Antwortzeiten der Pool-Knoten sehr unterscheiden – etwa wenn sie in verschiedenen Rechenzentren stehen. Fallen die schnellen Knoten einmal aus, schaltet Nginxs Failover-Funktion automatisch auf die langsameren um.

Das in der Vorversion eingeführte TCP-Load-Balancing haben die Entwickler um TCP-Healthchecks, dynamische Rekonfiguartion, SSL und Zugriffslogging erweitert. Nginx Plus nutzt für Hochverfügbarkeitscluster das Linux-Tool keepalived. So lassen sich Cluster aus zwei Nginx-Instanzen bauen, von denen eine als Master arbeitet. Versagt die Hauptinstanz, leitet das Virtual Router Redundancy Protocol (VRRP) automatisch den Netzwerkverkehr zur Backup-Instanz weiter. Für diese Funktion benötigt man das optionale Paket nginx-ha-keepalived, Details zur Einrichtung erläutert der Admin-Guide.

Das überarbeitete Statistik-Dashboard zeigt Laufzeit-Informationen, Warnungen und Statistiken zur Geschwindigkeit, der Anzahl der Anfragen und der Bandbreite der Cluster, HTTP- und TCP-Dienste. Außerdem finden sich dort Messungen und Diagnose-Tools für die Caches. Das Dashboard exportiert alle Messdaten als JSON, sodass sie sich in anderen Dashboards und Monitoring-Tools einbinden lassen. Auf demo.nginx.com kann man sich einen Eindruck vom Nginx-Dashboard verschaffen. In einem Kurztest lief es allerdings nur mit Googles Chrome-Browser. Nginx Plus R6 kann sich gegenüber anderen SSL-Webservern mit einem SSL-Zertifikat ausweisen. Bei IMAP, POP3 und SMTP unterstützt die Software nun die SSL-Client-Authentifizierung. (rek)

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