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Nicht alle lieben TPM

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Lenovos Vorstellung eines Notebooks mit Fingerabdruck-Sensor und Trusted Platform Module (TPM) weckt Kritik, es sei ein Erfüllungsgehilfe für unkontrollierbares Digital Rights Management. Das Magazin Information Week argumentiert, dieses System, das seine gesamte Festplatte mit Software des Kryptographiespezialisten Utimaco verschlüsselt, diene nicht nur zum Schutz vor Datenmissbrauch, wenn der Computer in falsche Hände gerät. Vielmehr habe Lenovo demonstriert, die implementierte Firmware könne auch sicherstellen, dass etwa ein Word-Dokument ausschließlich von Benutzern, die der Verfasser dafür vorgesehen hat, geöffnet werden könne, und zwar ausschließlich mit den Anwendungen, die dem Verfasser genehm seien.

Aus ganz anderen Gründen sorgt sich das britische Innenministerium über die TPM-unterstützenden Verschlüsselungsfähigkeiten des kommenden Betriebssystems Windows Vista: Hier geht es aber nicht um die Bevormundung von Computerbenutzern, sondern vielmehr um deren mangelhafte Kontrollierbarkeit, etwa wenn ein PC mögliche Geheimnisse im Kontext einer Terroristenfahndung enthalte. Die Forderung des britischen Home Office nach einer Hintertür im Vista-Verschlüsselungsmodul BitLocker beantwortete eine Microsoft-Sprecherin mit der Erklärung "Es ist unser Ziel, PC-Benutzern die Kontrolle und das Vertrauen zu gewähren, das sie brauchen, um das Beste aus Ihren PCs herauszuholen." Diesen Standpunkt propagiert Microsoft schon seit Zeiten, als seine Trusted-Computing-Pläne noch unter dem Codenamen Palladium kursierten. Zu den Kritikpunkten von Information Week liegt bislang keine Stellungnahme des Redmonder Softwareriesen vor. (hps)

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