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"Nicht nur meckern" - Gründer Madisch will im Digitalrat bewegen

Ijad Madisch sammelte Geld im Silicon Valley und schuf ein soziales Netzwerk für Forscher. Nun will das Mitglied des Digitalrates hierzulande etwas verändern.

"Nicht nur meckern" - Gründer Madisch will im Digitalrat bewegen

(Bild: metamorworks/Shutterstock.com)

Gründer Ijad Madisch ist gespannt auf die Arbeit im neuen Digitalrat der Bundesregierung und will mit ihm etwas verändern – etwa Mut und Unternehmergeist im Land steigern. "Vielleicht kann ich was bewegen und dem Land zurückgeben", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Man kann nicht immer nur meckern." Noch könne er nicht beurteilen, wie gut die Gründer- und die Politikwelt zusammenpassten, aber er sei gespannt darauf.

Der 1980 als Sohn syrischer Einwanderer in Wolfsburg geborene Madisch hat Medizin studiert und später das Wissenschaftler-Netzwerk ResearchGate mit mittlerweile weltweit mehr als 15 Millionen Mitgliedern gegründet, auf dem sich Forscher austauschen können. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates steckte einst Geld hinein.

Dass es im August für Aufsehen gesorgt hat, dass er auf einem Gruppenbild des Rates unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in kurzer Hose stand, hat ihn verwundert. "Es war halt warm", meinte er. "Die meisten haben nicht gefragt, was der Digitalrat eigentlich machen will. Gleichzeitig wurde der Digitalrat dadurch bekannter."

Seiner Meinung nach lässt sich in Sachen Unternehmergeist in Deutschland noch vieles machen. "Wir müssen den Leuten in den Hochschulen mehr zeigen, dass es nicht nur Industrie und Akademie gibt, sondern auch Selbstständigkeit", erläuterte Madisch der dpa. "Da sehe ich große Ansatzpunkte in der Zukunft, das zu verändern – auch schon in den Schulen."

Für ganz wichtig hält Madisch das Thema Open Science, also eine Wissenschaft, die sich und ihre Ergebnisse mehr und mehr öffnet und zugänglich macht. Dazu könne ResearchGate beitragen. "Wir sind nur einer der Vorreiter, die Open Science salonfähig gemacht haben", sagte er. "Ich glaube, dass wir in der Forschungswelt viel offener sein müssen und Informationen öffentlich zugänglich machen müssen, die aus der Wissenschaft hervorgehen – zumal, wenn sie mit Steuergeldern finanziert wird."

Open Science sei nur der erste große Schritt, der nächste werde die automatische Wissenschaft sein: Autoscience, bei der Forschungsergebnisse automatisch analysiert werden. "Bei Open Science sind wir auf einem sehr guten Weg. Das ist eine Lawine, die losgetreten worden und nicht mehr zu stoppen ist", sagte Madisch. "Autoscience muss noch etabliert werden und viel Forschungsarbeit hineingesteckt werden, um etwas zu entwickeln, was funktioniert." Gleichzeitig dürfe man der Wissenschaft nicht ihre Freiheit nehmen. (dpa) / (bme)

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