Niederländer sehen HDTV künftig in 1080i statt 720p

Nach Zuschauerprotesten hat sich der Broadcaster NPO entschieden, sein HDTV-Programm künftig auch im Halbbildformat 1080i anzubieten statt nur im Vollbildformat 720p. Kabelnetzprovider des Landes haben bereits angekündigt, auf 1080i zu wechseln.

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Von
  • Nico Jurran

Nach Zuschauerprotesten über die Bildqualität der Übertragung der Fußball-Europameisterschaft 2008 hat sich der niederländische Broadcaster NPO entschieden, sein Programm künftig auch im Halbbildformat 1080i (mit 1920 × 1080 Bildpunkten) statt nur im Vollbildformat 720p (mit 1280 × 720 Pixel) anzubieten. Dies berichtet der Branchendienst Broadband TV news. Die niederländischen Kabelnetzbetreiber Ziggo und UPC sollen bereits angekündigt haben, auf 1080i zu wechseln. Experten vermuten, dass der Satelliten-TV-Anbieter Canal Digitaal diesem Beispiel folgen wird.

Das auch von HD Suisse und ORF HD gewählte Ausstrahlungsformat 720p brachte bei der Übertragung der Fußball-EM nur Nachteile, da die Bilder im Format 1080i produziert wurden. Diese Kombination ist ungünstig: Bewegte Bilder sind nicht so scharf, wie sie bei echten 720p-Produktionen sein könnten, und die Detailauflösung bei statischen Bildern ist niedriger als bei einer 1080i-Ausstrahlung.

Dennoch ist es falsch, von 1080i als generell besserem HDTV-Format zu sprechen: Auch wenn das HDTV-Format 720p50 mit 1280 × 720 Bildpunkten gegenüber seinem großen Bruder 1080i50 (1920 × 1080 Bildpunkte) die geringere Auflösung hat, kann es doch in einer Hinsicht punkten: Da hier 50 Voll- statt Halbbilder pro Sekunde zu sehen sind, lassen sich Bewegungen feiner auflösen ("zeitliche Auflösung", siehe auch den Artikel "Das bessere HDTV?!" in c't 22/07, S. 174). Eine vernünftige Lösung wäre demnach, die HDTV-Übertragungen in dem Format auszustrahlen, in dem sie auch produziert wurden. Das Problem würde sich schließlich erledigen, wenn gleich in 1080p produziert würde; bislang hat allerdings noch kein Sender diesbezüglich konkrete Pläne geäußert. (nij)