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Niederlande: Erste grenzüberschreitende eID-Nutzung realisiert

Das niederländische Justizministerium hat ein eIDAS-Portal realisiert, an dem sich Bürger aus Deutschland, Österreich und Belgien mit der eID-Funktion ihrer Personalausweise anmelden können.

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Elektronischer Personalausweis

(Bild: dpa, dpa)

Das niederländische Ministerium für Sicherheit und Justiz hat ein Demo-Portal eines eIDAS-konformen Authentifizierungsdienst entwickelt, an dem sich deutsche Bürger mit der eID-Funktion des Personalausweises anmelden und authentifizieren können. Wie die Europäische Kommission mitteilt, werden auch die eID-Systeme von Belgien und Österreich unterstützt.

Der grenzüberschreitende Nachweis der elektronischen Identität soll später genutzt werden, um mit der Justizbehörde elektronisch über Verkehrsverwarnungen oder Strafmandate in den Niederlanden kommunizieren zu können. Auf deutscher Seite hat sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik um die Interoperabilität des Personalausweises gekümmert.

Das niederländische Demo-Portal ist eine der ersten Testmöglichkeiten, wie europäische Vertrauensdienste bei der elektronischen Identifizierung gemäß der eIDAS-Verordnung genutzt werden können. Die grenzüberschreitende Identifizierung auf der Basis der nationalen eID-Systeme der Mitgliedsstaaten soll die europaweite Kommunikation mit Behörden und Firmen ermöglichen. Als Beispiel nennt die Europäische Kommission die identitätsgeprüfte Anmietung eines Ferienhauses in einem Ferienland. Nach einer Schätzung der EU-Kommission besitzen derzeit 170 Millionen EU-Bürger einen Ausweis mit integrierter eID-Funktionalität.

In Deutschland hat die Bundesregierung zur Förderung von eID-Vorgängen unlängst beschlossen, die eID-Funktion des Personalausweises bei der Ausweisausgabe standardmäßig freizuschalten. Bisher konnte jeder Bürger bei Beantragung eines neuen Personalausweises entscheiden, ob er die eID-Funktionalität nutzen möchte oder nicht. Der neue "Default" wird von Datenschützern kritisiert. (axk)

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