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Niedersachsen: Schnelles Internet auf dem Land kann kommen

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Nach langem Drängen der Kommunen erhält nun auch der ländliche Raum in Niedersachsen Anschluss an das schnelle Internet: Für die Breitbandinitiative des Landes wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa Anfang der Woche grünes Licht von der Europäischen Kommission aus Brüssel erwartet. Nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium in Hannover sollen insgesamt 80 Millionen Euro in die bessere Internet-Anbindung der Heide, der Küste, sowie des Nordwestens und Südens des Landes investiert werden. Unternehmen und die Bevölkerung seien auf einen guten Internet-Anschluss angewiesen, betonte das Ministerium. Das Fördergeld kommt aus dem Konjunkturpaket II und vom Land.

Seit längerem hatten Kommunen und Unternehmen auf dem Land das Fehlen schneller Internetanschlüsse als einen echten Standortnachteil angeprangert. Um eine "digitale Spaltung" des Landes zu verhindern, hatte Niedersachsen vor gut einem Jahr eine Breitbandinitiative zur besseren Anbindung des ländlichen Raums gestartet. In einem vom Land mit EU-Mittel eingerichteten Kompetenzzentrum in Osterholz-Scharmbeck wurden Vorarbeiten für die nun anvisierte schnelle Erschließung weißer Flecken auf der digitalen Landkarte Niedersachsens gemacht.

Nach einer Untersuchung des statistischen Landesamtes verfügten im Jahr 2007 zwar 65 Prozent der Niedersachsen über einen Internet-Anschluss. Jeder fünfte dieser Haushalte musste aber auf eine schnelle Verbindung verzichten, weil sein Wohnort nicht an das Breitbandnetz angeschlossen war. Telefon-Gesellschaften wie die Deutsche Telekom argumentierten oft, es rentiere sich nicht, DSL-Kabel auf dem Land zu verlegen, dies sei zu kostspielig mit Blick auf die geringe Bevölkerungsdichte. Statt über Kabelverbindungen sollen die weißen Flecken in Niedersachsen nun über moderne Drahtlos-Techniken angebunden werden, erklärte das Ministerium.

Für die drei Förderregionen Heide, Nordwestniedersachsen und Südniedersachsen starteten nun unverzüglich Ausschreibungen. Wesentliches Kriterium für den Zuschlag sei es, in der entsprechenden Region möglichst viele Haushalte mit der schnellen Internet-Technik zu versorgen, so das Ministerium. Neben Unternehmen sei auch die Touristik-Branche auf schnelle Internet-Technik angewiesen. Hotelgäste setzten diese in ihren Zimmern inzwischen voraus. (dpa)/ (axv)