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Niedersachsen: Schnelles Internet in ländlichen Gebieten in Sicht

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Der gegenwärtige Stand des Breitbandkatasters Niedersachsen

(Bild: Breitband Kompetenz Zentrum)

Das schnelle Internet nimmt für bisher von dieser Technik abgeschnittene Haushalte in ländlichen Gebieten Niedersachsens Konturen an. Ein Jahr nach der ersten Befragung von betroffenen Haushalten liege für den Landkreis Osterholz ein Kostenmodell vor, sagte Derek Meier vom Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen in Osterholz-Scharmbeck in einem Gespräch mit dpa. Das vom Wirtschaftsministerium und vom Landkreis Osterholz finanzierte Zentrum organisiert den Dialog zwischen Kommunen und Unternehmen mit Internet-Anbietern. Wann die Breitbandversorgung in Osterholz geschaltet wird, sei aber noch unklar.

Auch in vielen anderen Landkreisen seien die Befragungen bereits abgeschlossen, erläuterte Meier. Nun gelte es die Abschlussberichte zu analysieren und mit Ingenieuren zu planen, was in diesen Gebieten möglich sei. Vor allem die Landkreise Rotenburg/Wümme, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Göttingen, Cuxhaven und Celle stehen dem Experten zufolge in den Startlöchern.

"Nach wie vor sind aber noch immer Hunderttausende Haushalte vom schnellen Internet abgeschnitten", betonte Meier. Neben den ländlichen Gebieten gebe es selbst in Vororten von Ballungszentren noch Probleme mit einem leistungsstarken System. In dieser Woche startet die Befragung im Landkreis Hameln-Pyrmont, um den dortigen Bedarf an der DSL-Breitbandversorgung zu ermitteln.

Eher selten könne ein direktes Gespräch mit den Anbietern zum Erfolg führen, weil die Anzahl der zu erwartenden Nutzer oftmals zu gering sei. "Erfolgversprechender ist es, wenn die Gemeinden aufgrund der erhobenen Daten die Vergabe der Aufträge öffentlich ausschreiben", betonte Meier.

In der vergangenen Woche hatte das Bundesverbraucherministerium den Ländern mangelnden Elan beim Ausbau der Versorgung mit schnellen Internet-Anschlüssen vorgeworfen. Dies hatte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister zurückgewiesen: In Berlin wisse man nicht, wo die tatsächlichen Probleme lägen. Zuvor hatte sich die Bundesregierung bereits Kritik von der EU eingehandelt: Im 14. Bericht zum "Stand des Europäischen Binnenmarktes der Elektronischen Kommunikation" liegt Deutschland mit einem Bevölkerungsanteil von 27,5 Prozent, der Breitband-Internet nutzen kann, zwar deutlich über dem EU-Schnitt von 22,9 Prozent, dennoch reicht es nur zu Platz 9. "Deutschland spielt hier nicht die Rolle einer Lokomotive. Von der größten EU-Volkswirtschaft würde ich mehr erwarten", sagte die für Medien, Telekommunikation und Informationsgesellschaft zuständige Kommissarin Viviane Reding.

(André Jahnke, dpa) / (jk)