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Niedersächsische Polizei fahndet erfolgreich über Facebook

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Die Polizei in Niedersachsen nutzt bereits seit Juni 2012 das soziale Netzwerk Facebook für Zeugenaufrufe, Warnmeldungen oder die Bitte um Hinweise bei Straftaten. Nun zog das Landeskriminalamt eine erste positive Bilanz. "Die Aufrufe führen in der Regel zu zahlreichen Hinweisen", sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Frank Federau. "Wir können auf diese Weise vor allem jüngere Leute erreichen." Bislang gab es von Polizeidienststellen und dem LKA 176 Aufrufe oder Informationen.

"Wir nutzen die Facebook-Fahndung insbesondere im Göttinger Bereich fast für jeden Anlass", sagte Hilke Vollmer, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Göttingen. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Zeugenaufrufe handele oder Hinweise gefordert seien. Auch Fotos aus Überwachungskameras würden in Absprache mit dem Landeskriminalamt Niedersachsen auf Facebook eingesetzt, um Hinweise und Informationen zu erhalten. Und der Erfolg gebe der Strategie recht, betonte die Sprecherin.

Auch die Behörden nutzen Facebook – zum Beispiel zur Fahndung.

(Bild: dpa, Daniel Reinhardt)

Wie viele Kriminalfälle durch die Veröffentlichung im sozialen Netzwerk letztendlich aufgeklärt wurden, lasse sich allerdings nur schwer sagen, gab LKA-Sprecher Federau an. Sicher sei aber, dass die Polizei auf diese Weise eine Vielzahl von Hinweisen erhalte, die die Ermittlungen in der Regel voranbringen würden. Dabei würde Facebook vor allem für die Veröffentlichung von schweren Straftaten oder Seriendelikte genutzt, aber auch die Suche nach vermissten Personen oder Warnmeldungen kämen nicht zu kurz.

Nach einem Überfall auf einen Supermarkt hatte auch die Polizei Osnabrück um Zeugenhinweise via Facebook gebeten. Die Veröffentlichung brachte einen wichtigen Tipp eines Facebook-Users. "Wir haben die Bekleidung des Täters gefunden, die dieser bei der Flucht weggeworfen hat", sagte Sprecher Phil Havermann. Nun hoffe man, auch schnell den Täter zu ermitteln. Die Polizei Osnabrück nutzt Facebook seit Juni 2012 - mit guten Erfahrungen. "Wir nutzen es schwerpunktmäßig für Präventionsthemen, zum Jahreswechsel haben wir auf Gefahren mit Silvesterknallern hingewiesen", berichtete Havermann. Auch Hinweise zum Schutz vor Einbrechern oder Taschendieben stellen die Beamten ins Netz.

Um Datenschutzbedenken zu begegnen, veröffentlicht die Polizei laut Federau alle Fahndungsaufrufe zunächst auf der Internetseite des LKA. Ein Link führe Interessenten dann von der Fanseite bei Facebook direkt auf die LKA-Seite. So verhindere man, dass personenbezogene Daten und Fotos zu einer Fahndung in Deutschland auf der US-amerikanischen Datenbank von Facebook gespeichert werden. (dpa) / (roh)

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