Nintendo-Leaks: Code von Wii und N64 im Netz aufgetaucht

Seit Wochen landet Code von Nintendo-Spielen im Netz – nun wurde auch der Quellcode der Konsolen Wii und Nintendo 64 geleakt.

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(Bild: dpa, Marijan Murat/dpa)

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Betriebssystem-Quellcode der Nintendo-Konsolen Wii, Gamecube und N64 wurde im Internet veröffentlicht. In den vergangenen Wochen waren bereits Code und Dokumente zu mehreren Nintendo-Spielen im Forum 4chan aufgetaucht, darunter zum Beispiel Builds mehrerer Pokémon-Titel. Woher die Daten stammen und wie sie ihren Weg ins Netz fanden, ist nicht eindeutig geklärt.

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Die Leaks, über die unter anderem auf Reddit und im Forum Resetera berichtet wird, sind vor allem für Gaming-Historiker und Modder interessant. Verlockend ist der geleakte Quellcode auch für die Entwickler von Emulatoren, mit denen sich für Konsolen entwickelte Spiele über Umweg auch auf dem PC spielen lassen.

Offiziell wollen einige Entwickler solcher Emulatoren den geleakten Quellcode aber nicht einsetzen. Das Team hinter dem Dolphin Emulator, der Wii-Titel abspielen kann, schreibt etwa auf Twitter: "Wir können nichts aus irgendwelchen Leaks verwenden. Wir können noch nicht einmal einen Blick auf den Code werfen. Wenn wir irgendwas aus dem Leak verwenden, wäre der Emulator illegal, und Nintendo würde uns dicht machen." Emulatoren selbst gelten gemeinhin nur als legal, solange sie keinen geschützten Code verwenden.

Tatsächlich ist Nintendo dafür bekannt, mit harter Hand gegen die ROM- und Emulator-Szene vorzugehen. Auf der eigenen Webseite schreibt Nintendo: "Das Aufkommen von Emulatoren, die zum Spielen von illegal kopierter Nintendo-Software entwickelt wurden, stellt die bis heute größte Bedrohung für das geistige Eigentum von Videospiel-Entwicklern dar. Wie in jeder anderen Industrie geraten die Einnahmen in Gefahr, wenn Produkte kostenlos angeboten werden."

In den vergangenen Jahren hat Nintendo mehrere Betreiber von Webseiten auf Millionensummen verklagt, die Spiele-ROMs zum Download angeboten haben. ROMs sind Abbilder von Spielen, die mithilfe eines Emulators ausgeführt werden können.

Ende April hatte Nintendo bestätigt, dass sich Unbefugte Zugang zu rund 160.000 Nintendo-Accounts verschaffen konnten. Dafür nutzten sie offenbar die Nintendo "Nintendo Network ID" (NNID), die als Reaktion auf die gekaperten Accounts deaktiviert wurde. Ob dieser Vorfall in einem Zusammenhang zu den geleakten Codes steht, ist unklar. (dahe)