Noch eine Zeitreise -- drei Textzeilen und zwei Links

Vor 10 Jahren ging die erste Webseite außerhalb Europas in den USA online.

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Von
  • Florian Rötzer

Während Google gerade die Usenet-Archive bis zurück ins Jahr 1981 freigeschaltet hat, ist noch ein Geburtstag zu feiern: Genau heute vor 10 Jahren wurde die erste Webseite in den USA ins Netz gestellt. Sie gehörte dem Physiker Paul Kunz von der Stanford University, der dort seine Datenbank SPIRES online stellte. Kunz arbeitete beim Teilchenbeschleuniger SLAC und hatte im September 1991 Tim Berners-Lee in Cern besucht. Der Brite stellte Kunz das von ihm für die Wissenschaftler-Community entwickelte WWW vor, das diesem so gefiel, dass er drei Monate später am 12.12. 1991 die erste Webseite außerhalb Europas eröffnete.

Gegenüber den heute bekannten Webseiten war die erste amerikanische Webseite äußerst bescheiden. Sie bestand gerade einmal aus drei Textzeilen und zwei Links, war schwarz-weiß und enthielt keine Bilder. Der eine Link führte zu E-Mail-Adressen, der andere zur Datenbank.

Zum Jubiläum wurde nun an der Stanford University ein zweitägiges Fest verstanstaltet. Kunz beschrieb, dass ihn bei der Demonstration des WWW durch Berners-Lee vor allem beeindruckte, wie sich über die Eingabe von Begriffen die Dokumente einer Datenbank einfach durchsuchen ließen. Bekannt unter den Wissenschaftlern wurde das Web dann während einer Konferenz im Januar 1992 in Frankreich, als Berners-Lee von dort aus auf die SLAC-Datenbank zugriff: "Als sie nach Hause gingen, erzählten sie ihren Kollegen: 'Hey, es gibt dieses neue Interface mit der SLAC-Datenbank, das man World Wide Web nennt und das wirklich cool ist.' Und das war der erste große Schub, durch den das Web bekannt und ernst genommen wurde."

Mehr in Telepolis: Happy Birthday, WWW!.

Siehe zu dem Thema auch den Kommentar in Was war. Was wird. von dieser Woche. (fr)