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Nokia-Handy liest Blinden und Sehbehinderten fotografierte Texte vor

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Eine neue Software kann aus einem Foto-Handy eine Lesehilfe machen. Die Firma Kurzweil Technologies aus Massachusetts hat dazu in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Blindenvereinigung NFB (National Federation of the Blind) zwei Programme entwickelt: knfbReader (gedacht für Blinde und Sehbehinderte) und kReader (für Menschen mit Lese- oder Lernschwächen). Damit wird das Symbian-Mobiltelefon Nokia N82 befähigt, fotografierte Texte zu verarbeiten und den Inhalt über den Handy-Lautsprecher in Sprachform auszugeben.

Der knfb Mobile Reader ist die Nachfolge-Version des seit 2006 erhältlichen Produkts knfb Reader Classic, einem PDA mit montierter Fotokamera, der OCR–Texterkennung (Optical Character Recognition) mit Sprachausgabe (Text-to-Speech) verbindet. Ab der kommenden Woche soll das kleinere und durch Handyfunktionalität erweiterte Produkt in den USA erhältlich sein. Zunächst wird nur eine englische Version angeboten. Andere Sprachversionen sollen im Verlauf des Jahres folgen. Die Sprachausgabe erfolgt durch Software der Firma Nuance Communications.

Außer zum Vorlesen etwa von Zeitungen, Speisekarten oder Telefonbüchern könne das Gerät auch zur Erkennung von Geldscheinen genutzt werden, gibt der Hersteller an. Passen muss es allerdings bei der Verarbeitung von großen Buchstaben etwa auf Schildern oder bei bestimmten farbigen Texten. Der Nutzer des Handys kann sich bei der Kalibrierung der aufzunehmenden Texte von einem sprechenden Blickfeld-Assistenten helfen lassen. Per Tasteneingabe lässt sich anschließend auch nach speziellen Sätzen, Wörtern oder Buchstaben im Text suchen, während er vorgelesen wird.

Zwar sind die eingesetzten Techniken für sich genommen nicht neu, die Software soll laut Hersteller aber konkurrenzlos sein - und sie hat ihren Preis: Die knfb Mobile Reader-Software soll 1600 US-Dollar (rund 1100 Euro) kosten, hinzu kommen die Kosten für das Endgerät. Der derzeitige Straßenpreis für das N82 beläuft sich auf etwa 440 Euro. Unternehmensangaben zufolge soll das Gerät in Zukunft auch Gesichter erkennen können und Übersetzungen in Fremdsprachen beherrschen. (flo)

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