Nokia: "Smarte Telefone" für "smarte Leute"

Nokia hat mit dem 6020, 3230 und dem 7710 drei neue Telefone vorgestellt, die in den klassischen Netzwerken "smarte Konsumenten" ansprechen sollen.

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Von
  • Detlef Borchers

"Smart Moves" ist das Motto der Nokia Mobility Conference, die zeitgleich in Monaco und Bangkok stattfindet. Während "die Lastwagen aus unseren Fabriken stürmen, um das UMTS-Telefon Nokia 6630 rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft in die Läden zu bringen", wie es Vizepräsident Anssi Vanjoki formulierte, stellte die Firma drei neue Telefone vor, die in den klassischen Netzwerken smarte Konsumenten ansprechen sollen. "Die Leute draußen sind smart, keine Dummies mehr, sie wollen smarte Telefone und smarte Anwendungen", gab Vanjoki die Parole aus.

Nokia 6020 [Klicken für eine vergrößerte Ansicht]

Das kleinste smarte Gerät soll das klassisch gehaltene Nokia 6020 sein, das mit dem Slogan "Simply Essential" vermarktet wird. Das auf der Series-40-Plattform basierende Gerät wiegt 88 Gramm, hat 3 Stunden Sprechzeit und kann 14 Tage Standby stehen. Das Dreiband-Gerät kommt mit GPRS, einer VGA-Kamera für die Aufnahme von Fotos und kurzen Videosequenzen. "Smarte Menschen wollen die entscheidenden Momente im Leben teilen", heißt es bei Nokia zur grassierenden Kameraphilie der Hersteller. Smart soll auch die Software sein: Das 6020 soll mit integrierter E-Mail und einem erweiterten Kontakmanager kommen, der automatisch Termine mit anderen 6020 austauscht. Außerdem ist ein Instant-Messaging-Client dabei, von dem Vanjoki behauptete: "Wir unterstützen jedes Instant-Messaging-System, das es auf diesem Planeten gibt." Außerdem unterstützt das Gerät die Push-to-Talk-Funktion, das etwa T-Mobile offerieren will. Das 200 Euro teure 6020 soll im ersten Quartal 2005 erscheinen.

Nokia 3230 [Klicken für vergrößerte Ansicht]

Mit dem Nokia 3230 wendet sich die Firma an "smarte junge Leute, die alles über Smartness wissen, die Smartness leben". Das 350 Euro teure Telefon der Series 60-Klasse wiegt 100 Gramm, ist 4 Stunden lang smart dabei und kann neun Tage lang dösen. Es wird unter dem Slogan "know it before you're told" vertrieben. Herzstück dieses Gerätes ist ein Videoeditor, mit dem man eigene Aufnahmen aus der 1,3 Megapixel-Kamera mit Spezialeffekten, Schrifteinblendungen oder MP3-Musik aufpeppen kann. Außerdem ist mit Agent V ein Spiel auf Java-Basis integriert, bei dem der Telefonbesitzer im Mittelpunkt der Handlung steht und mit der Kamera Gegenstände aufnehmen muss, die in dem Spiel weiter verwendet werden. Technisch interessanter ist das in diesem Telefon vorhandene neue "Visual Radio", das Nokia im Verein mit Hewlett Packard (als Hersteller der Visual Radio Server) vermarkten will. Ähnlich wie beim Autoradio wird Text via GPRS parallel zur empfangenen Musik übertragen. Auf diese Weise sollen Songtexte oder Transkriptionen von Talkshows zum smarten Konsumenten gesendet werden.

Nokia 7710 [Klicken für vergrößerte Ansicht]

Als High-End-Gerät stellte Nokia in Monaco schließlich das 7710 vor, das das nur als Testgerät etwa im Berliner DVB-H Feldversuch eingesetzte 7700 ablöst. "Alles, was wir beim 7700 gelernt haben, steckt beim 7710 drin. Auch Nokia ist eine smarte Firma", erklärte Vanjoki das 450 Euro teure Gerät; es wird ebenfalls zum ersten Quartal 2005 erscheinen. Das auf der Series-90-Plattform basierende Gerät wiegt 189 Gramm und soll zwei bis vier Stunden multimediale Kommunikation auf einem Breitschirm mit 640 × 320 Pixeln bieten. Der 1 Gigabyte große Speicher gestattet das Abspielen kompletter Filme, die mit der Software "Mobile Charger" geladen werden: Während die smarten Leute schlafen, wird der Film in den Speicher des 7710 zu "günstigen Festpreisen" gestreamt.

Neben dem erwähnten Visual Radio und dem Video Editor verfügt das mit einem Stift zu steuernde Gerät über Microsoft-kompatible Anwendungen, mit denen etwa Powerpoint-Präsentationen gestartet werden können. Erwähnenswert ist auch der eingebaute Moblog-Client: "Smarte Manager führen heute Blogs und lassen ihre Kollegen über Blogs an ihren Präsentationen teilhaben", erklärte Vanjoki, um zum Schluss der Herbsternte die einzige Software vorzustellen, die Nokia mit nach Monaco gebracht hatte: Mit Lifeblog 1.5 sollen ab sofort alle Besitzer von Series 60-Geräten ein Tagebuch über ihr aufregendes, smartes Leben führen können. (Detlef Borchers) / (anw)