Nokia: Übernahme-Gerüchte beflügeln Aktienkurs

Ein Bericht über den angeblichen Übernahmeversuch eines US-Investmentfonds regt die Fantasie der Börsianer an. Nokia kommentiert nicht.

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(Bild: KPhrom/Shutterstock.com)

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Nokia steht offenbar auf der Einkaufsliste eines großen US-Investmentfonds. Einem Analystenbericht zufolge soll der finnische Netzwerkausrüster seine Investitionsbank Citi beauftragt haben, um eine feindliche Übernahme abzuwehren. Nokia wollte das unter Verweis auf "Marktgerüchte" nicht kommentieren. Die zuletzt unter Druck geratene Aktie des Ausrüsters zog wegen der Gerüchte am Donnerstag und Freitag an. Analysten halten den Erfolg eines solchen Übernahmeversuchs aber für unwahrscheinlich.

Nokia zählt mit Marktführer Ericsson und dem umstrittenen chinesischen Unternehmen Huawei zu den drei wichtigsten Herstellern von Netzwerkkomponenten für Mobilfunknetze. Im Hinblick auf den in vielen Ländern angelaufenen Ausbau der Netze auf den neuen Mobilfunkstandard 5G sprechen sich Politiker gegen den Einsatz chinesischer Technik aus, weil sie Spionage fürchten.

Dennoch ist der Markt umkämpft. Huawei gilt bei 5G als Technologieführer und Preisbrecher. Ericsson und Nokia spüren den Preisdruck, den die chinesischen Konkurrenten Huawei und ZTE aufbauen. Zwar hatte Nokia im vergangenen Geschäftsjahr die Trendwende geschafft und nach drei verlustreichen Jahren wieder einen schmalen Gewinn erwirtschaftet, doch bleibt die Lage angespannt.

Ende Februar hatte der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg über mögliche Verkaufs- oder Fusionspläne Nokias spekuliert, was Insider gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters aber dementiert hatten. Auch über eine mögliche Übernahme durch US-Netzausrüster wie Cisco oder Adtran war spekuliert worden. In den USA ist das Interesse an von China unabhängiger Hardware groß.

Zuletzt hatte das Unternehmen gemeldet, dass CEO Rajeev Suri seinen Posten Ende August an Rückkehrer Pekka Lundmark übergibt. Suri ist seit 1998 bei Nokia, war seit 2009 Chef von Nokia Siemens Networks und steht seit 2014 dem Gesamtkonzern vor. Nokia hatte sein Handygeschäft (2013 an Microsoft) sowie den Kartendienst Here (2015 an ein Konsortium der Automobilindustrie) verkauft. Das Unternehmen konzentrierte sich auf Netzausrüstung und übernahm 2016 den Konkurrenten Alcatel-Lucent. (vbr)