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Nokia bremst die Erwartungen

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Handy-Weltmarktführer Nokia hat seine Prognose für das Mobilfunkgeschäft im zweiten Quartal 2010 gesenkt. Den Finnen macht der harte Wettbewerb insbesondere bei Smartphones zu schaffen. Auch die jüngste Abwertung des Euro wirke sich auf Kostenseite sowie die weltweite Preisstrategie negativ aus, teilte Nokia am Mittwoch in Espoo mit. Der Aktienkurs des Unternehmens sackte nach der Ankündigung deutlich ab.

Insgesamt seien der durchschnittliche Verkaufspreis der Geräte sowie die abgesetzten Stückzahlen stärker gesunken als erwartet, begründet der Konzern die Korrektur der Prognose. Zudem habe es im Produktportfolio eine Verschiebung zu mehr Geräten mit niedrigeren Margen gegeben, heißt es weiter in einer Mitteilung des Unternehmens. Bislang waren die Finnen für das zweite Quartal von einem Umsatz zwischen 6,7 und 7,2 Milliarden Euro für die Handysparte ausgegangen. Nun rechne man mit Erlösen am unteren Ende oder etwas unter dieser Spanne.

Auch auf den Geschäftsverlauf im Gesamtjahr blickt Nokia nun etwas pessimistischer. Zwar halten die Finnen an ihrer Prognose für das Marktvolumen (plus 10 Prozent) fest. Der eigene Marktanteil soll stabil auf dem Wert von 2009 bleiben. Für das vergangene Jahr bezifferte Nokia seinen Marktanteil selbst mit rund 34 Prozent, während die Finnen in den Statistiken der Analysten noch etwas besser dastehen. Der Marktanteil nach Umsatz soll nun leicht unter dem von 2009 liegen.

Die Bilanz für das zweite Quartal will Nokia am 22. Juli vorlegen. Das Quartalsergebnis wird das letzte von Nokia in seiner derzeitigen Form sein. Als Reaktion auf die Herausforderungen des Smartphone-Geschäfts verpasst sich der Konzern zum 1. Juli eine neue Unternehmensstruktur. Von der Aufteilung in die Sparten "Mobile Solutions", "Mobile Phones" und "Markets" verspricht sich Nokia ein besseres Reaktionsvermögen und mehr Innovationskraft. (vbr)