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Nokia holt Luft

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Der finnische Handyhersteller Nokia hat im Schlussquartal des Krisenjahrs 2009 bei Gewinn und Marktanteil zulegen können und schöpft für 2010 neue Hoffnung. Zwar sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um gut 5 Prozent auf knapp 12 Milliarden Euro, doch blieb unterm Strich mit 948 Millionen Euro deutlich mehr Gewinn als im Schlussviertel 2008 (576 Millionen Euro). Das teilte der Konzern am Donnerstag in Espoo bei Helsinki mit. Damit übertraf Nokia die Erwartungen an den Finanzmärkten deutlich, die Aktie legte nach Bekanntgabe der Zahlen um zeitweise über 10 Prozent zu.

Nokias Kerngeschäft zeigt dabei Zeichen der Erholung. Mit knapp 127 Millionen verkauften Handys (plus 12 Prozent) wuchs der Umsatz der Sparte Devices & Services um ein halbes Prozent auf knapp 8,2 Milliarden Euro. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Handys stieg seit dem dritten Quartal wieder um einen Euro auf 63 Euro, lag zum Jahresende 2008 allerdings noch bei 72 Euro. Während sich die Absatzzahlen in Europa kaum bewegen konnte Nokia vor allem in Afrika, den nahen Osten und Asien zulegen.

Der Hersteller schätzt das Gesamtmarktvolumen für das Schlussquartal auf weltweit 329 Millionen Geräte und leitet daraus einen eigenen Marktanteil von 39 Prozent ab, ein Prozentpunkt mehr als noch im dritten Quartal. Für das ganze Geschäftsjahr 2009 schätzt Nokia seinen Marktanteil auf 38 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als 2008.

Auch bei den margenträchtigen Smartphones konnte der Branchenprimus seine Position ausbauen. Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo führte das im Wesentlichen auf neue Modelle mit Tastatur und Touchscreen zurück. Seinen Marktanteil bei Smartphones schätzt Nokia bei 20,8 Millionen verkauften Geräten auf 40 Prozent. Diese Marktanteile will Nokia verteidigen und sich dabei auf weniger Geräte konzentrieren. Allerdings hat der Branchenprimus noch keine überzeugende Antwort auf die aufstrebenden Konkurrenten Android und iPhone gefunden.

Das Netzwerk-Joint-Venture Nokia Siemens Networks verbuchte einen weiteren Umsatzrückgang um 16 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Nach einem operativen Verlust von 179 Millionen Euro im Vorjahr schreibt die Netzwerksparte mit plus 17 Millionen operativ wieder schwarze Zahlen. Im vergangenen November hatten Nokia und Siemens ihrer gemeinsamen Netzwerktochter einen harten Sparkurs verordnet, dem tausende Stellen zum Opfer fallen.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Nokia in Euro
Quartal Umsatz Nettogewinn
1/00 6,5 Mrd. 0,91 Mrd.
2/00 7 Mrd. 0,98 Mrd.
3/00 7,58 Mrd. 0,92 Mrd.
4/00 9,28 Mrd. 1,21 Mrd.
1/01 8 Mrd. 1,05 Mrd.
2/01 7,35 Mrd. 0,83 Mrd.
3/01 7 Mrd. 0,76 Mrd.
4/01 8,79 Mrd. 1,15 Mrd.
1/02 7 Mrd. 0,92 Mrd.
2/02 6,94 Mrd. 0,90 Mrd.
3/02 7,2 Mrd. 0,88 Mrd.
4/02 8,8 Mrd. 1,24 Mrd.
1/03 6,7 Mrd. 0,97 Mrd.
2/03 7,02 Mrd. 0,66 Mrd.
3/03 6,9 Mrd. 0,86 Mrd.
4/03 8,79 Mrd. 1,17 Mrd.
1/04 6,63 Mrd. 0,82 Mrd.
2/04 6,64 Mrd. 0,71 Mrd.
3/04 6,94 Mrd. 0,66 Mrd.
4/04 9,063 Mrd. 1,019 Mrd.
1/05 (*) 7,396 Mrd. 0,863 Mrd.
2/05 8,059 Mrd. 0,799 Mrd.
3/05 8,403 Mrd. 0,881 Mrd.
4/05 10,333 Mrd. 1,073 Mrd.
1/06 9,507 Mrd. 1,048 Mrd.
2/06 9,813 Mrd. 1,140 Mrd.
3/06 10,100 Mrd. 0,845 Mrd.
4/06 11,701 Mrd. 1,273 Mrd.
1/07 9,856 Mrd. 0,979 Mrd.
2/07 12,587 Mrd. 2,828 Mrd.
3/07 12,898 Mrd. 1,563 Mrd.
4/07 15,717 Mrd. 1,835 Mrd.
1/08 12,660 Mrd. 1,222 Mrd.
2/08 13,151 Mrd. 1,103 Mrd.
3/08 12,237 Mrd. 1,087 Mrd.
4/08 12,662 Mrd. 0,576 Mrd.
1/09 9,274 Mrd. 0,122 Mrd.
2/09 9,912 Mrd. 0,287 Mrd.
3/09 9,810 Mrd. -0,913 Mrd.
4/09 11,988 Mrd. 0,948 Mrd.
(*) Ergebnis seit Q1 2005 ausgewiesen nach seit dem 1. Januar 2005 gültigen neuen IFRS-Bilanzierungsregeln

(vbr)