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Nokia lagert Symbian-Entwicklung aus und entlässt 4000 Mitarbeiter

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Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia will in den kommenden Monaten 4000 Mitarbeiter entlassen. Außerdem sollen 3000 Mitarbeiter aus der Symbian-Entwicklung zum IT-Dienstleister Accenture wechseln, heißt es in einer Mitteilung. Derzeit hat Nokia 131.700 Mitarbeiter weltweit.

Die Maßnahmen seien Teil der neuen Strategie, bei der sich Nokia auf die Entwicklung von Smartphones konzentrieren will, die mit Microsofts Betriebssystem Windows Phone laufen. Dementsprechend sollen Forschungs- und Produktentwicklung "konsolidiert" werden, wie es in der Mitteilung heißt. Das bedeutet, einige Standorte sollen verschwinden, andere vergrößert werden. Bis Ende 2013 will Nokia rund 1 Milliarde Euro Kosten einsparen.

Nokia plant bis Ende 2012 mehrere Entlassungswellen, von denen insbesondere Mitarbeiter in Dänemark, Finnland und Großbritannien betroffen sein sollen. Bereits heute würden Gespräche mit Vertretern der Belegschaft in den jeweiligen Ländern aufgenommen. Die künftige Entwicklung des Handybetriebssystems Symbian sowie der Support soll unter dem Dach von Accenture laufen. Hiervon betroffen seien Mitarbeiter in China, Finnland, Indien, Großbritannien und den USA. Eine endgültige Vereinbarung dazu soll im kommenden Sommer vorliegen, heißt es in einer weiteren Mitteilung. Nokia plant demnach, dass Accenture auch Dienstleistungen rund um Windows Phone erbringen soll.

Accenture und Nokia arbeiten nach eigenen Angaben bereits seit 1994 zusammen. Im Oktober 2009 hat der IT-Dienstleister von den Finnen die Abteilung "Professional Services" übernommen, die sich um die Kooperation in Sachen Symbian zwischen Nokia und Handyherstellern sowie Mobilfunkanbietern kümmert.

Der Softwarekonzern Microsoft und Nokia hatten im Februar eine Partnerschaft vereinbart, die unter anderem vorsieht, dass Microsoft-Software auf finnischen Smartphones läuft. Nokia bekommt angeblich rund 1 Milliarde US-Dollar aus Redmond für die Entwicklung und den Vertrieb von Geräten mit Windows Phone. Nach dem radikalen Strategiewechsel hatte Nokia bereits bekannt gegeben, mit weiteren Einbußen auf dem Mobilfunkmarkt zu rechnen. Nach jüngsten Quartalszahlen kam das Unternehmen aber besser ins neue Jahr als erwartet. (anw)