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Nokia setzt auf Handys zum Aufklappen

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Smartphone mit Drehdisplay: Nokias erstes Klapp-Modell 6260 mit Symbian-Betriebssystem

Zeitgleich mit einer Veranstaltung in Singapur hat Nokia in Helsinki auf seinen Strategietagen fünf neue Telefone vorgestellt, die dem von der Firma diagnostizierten Aufschwung Anschwung geben sollen. Wie CEO Jorma Ollila in Helsinki mitteilte, hält sein Unternehmen am Ziel von 40 Prozent aller global verkauften Mobiltelefone fest. Er musste aber gleichzeitig einräumen, dass der Marktanteil im ersten Quartal auf 32 Prozent gesunken ist. Noch vor Jahresfrist hatte er bei 38 Prozent gelegen. Nach unabhängigen Erhebungen ist Nokia sogar unter die 30-Prozent-Marke gerutscht. Um seinen Marktanteil wieder zu steigern setzt Nokia nun auf Klapptelefone, die auf den wichtigen Wachstumsmärkten in Russland, Brasilien und China besonders gefragt sein sollen.

So plant Nokia, im dritten Quartal mit dem Klappmodell Nokia 2650 für 120 Euro und dem 2600 in der in Europa verbreiteteren Riegelform für 100 Euro zwei Einsteiger-Modelle auf den Markt zu bringen, die im Business-Look gehalten sind und den Datendienst GPRS (General Packet Radio Service) bieten. Das 2600 wiegt 95 Gramm, hat eine Gesprächszeit von bis zu 3,5 Stunden und soll bis zu 250 Stunden in Bereitschaft bleiben. Mit Kontakt-Datenbank, erweitertem Terminkalender und dem Spreadsheet feature, einem verbesserten Telefonkosten-Monitor, will man die "Professionals in den neuen Wachstumsmärkten" der dritten Welt ansprechen, so Nokia-Chef Jorma Ollila anlässlich der Vorstellung. Das 97 Gramm wiegende Klapphandy 2650 soll eine Gesprächszeit von maximal 3 Stunden und 300 Stunden Bereitschaftszeit bieten. Beide Dualband-Funker sind mit einem Farbdisplay ausgestattet. Das 2650 empfängt auch Multimedianachrichten und XHTML-Seiten und kann mit Java-Spielen und -Anwendungen erweitert werden.

Das etwa 250 Euro teure Nokia 6170 soll im vierten Quartal folgen. Im Metallgehäuse des Klapphandys sind zwei Farbdisplays und eine VGA-Kamera eingebaut. Weiterhin besitzt das Triband-Gerät eine Push-To-Talk-Taste und soll mit Videofunktionen in EDGE-Netzen den preisgünstigen Einstieg in Streaming Media bieten. Mit einer Akkuladung erreicht das 6170 laut Nokia bis zu 4 Stunden Gesprächszeit und maximal 270 Stunden Standby.

Das UMTS-Smartphone 6630 wartet mit einer 1,2-Megapixel-Kamera auf.

Mit dem Nokia 6260 kommt im dritten Quartal ein weiteres Nokia-Smartphone in die Läden, das auf dem Betriebssystem Symbian OS und Nokias Bedienoberfläche Series 60 aufsetzt. Das Triband-Gerät mit Push-To-Talk-Funktion, Bluetooth-Funk, VGA-Kamera und integriertem VPN-Client wird von Nokia als Business-Werkzeug mit sicherer E-Mail für die geschäftlichen Details vermarktet. Das Display des Klapptelefons kann um 180 Grad gedreht werden. Damit lässt sich das 6260 wie ein Camcorder bedienen oder mit dem Display nach außen auf den Tisch stellen. Mit einer etwa 70 Euro teuren klappbaren Bluetooth-Tastatur Wireless Keyboard kann man so bequem auch längere Texte oder Organizerdaten bearbeiten. Die Tastatur, die von zwei Standardbatterien vom Typ AAA (Mikrozellen) mit Strom versorgt wird, soll im vierten Quartal 2004 zu haben sein. Details zu Gewicht und den Akkulaufzeiten des rund 400 Euro teuren 6260 wurden nicht bekannt gegeben.

Das 127 Gramm schwere Nokia 6630 ist das erste UMTS-Smartphone mit Series-60-Oberfläche und einer 1,2-Megapixel-Kamera. Als Dual-Mode-Gerät funkt es nicht nur in den kommerziell verfügbaren Mobilfunknetzen der dritten Generation, sondern auch in GSM-Netzen Europas (900 und 1800 MHz) und Nordamerikas (1900 MHz). Das ebenfalls mit einem VPN-Client ausgestattete Telefon soll dank einer mitgelieferten MM-Speicherkarte bis zu eine Stunde Video aufnehmen. Insgesamt stehen etwa 74 MByte Speicher für Fotos, Video-Clips und andere Daten zur Verfügung. Für den Genuss von Ton und Bild ist es mit dem RealOne-Player und dem DRM-System OMA 1.0 ausgerüstet. Das 6630 kommuniziert mit PCs, PDAs und anderen Handys via Bluetooth und arbeitet auch mit Zubehör wie der Klapptastatur Wireless Keyboard zusammen. Als UMTS-Handy soll es Videostreams empfangen können. Nokia will das kompakte UMTS-Gerät im vierten Quartal für rund 500 Euro ohne Vertrag anbieten.

Passend zur Vorstellung der Telefone gab Nokia zwei "Feature Packs" für die Series-60-Architektur frei, die inzwischen mit 10 Millionen ausgelieferten Telefonen den "größten Weltstandard seiner Art" bilden soll. Neben der Video-Telefonie in WCDMA-Netzwerken und dem dem VPN-Client soll die Entwickler vor allem die Unterstützung von skalierbarer Vektorgrafik begeistern.

Auf den zweitägigen Strategietagen will Nokia eine ganze Reihe von Techniken vorstellen. Als besonders wichtig für die Datenkommunikation werden HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) und HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) erachtet, mit denen UMTS Daten noch schneller übertragen kann und so mobile IP-basierte Videokonferenzen möglich werden. (Detlef Borchers) / (rop)

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