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Nokia steigert Gewinn und Umsatz

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Der zweitgrößte Handy-Hersteller Motorola freute sich bereits über erfolgreiche Geschäfte mit Handys und den Ausbau des weltweiten Marktanteils bei Mobiltelefonen -- und diese Erfolge dürften zumindest in Teilen die eigentlich guten Geschäfte von Nokia beeinflusst haben. Im vergangenen Quartal und im Gesamtjahr 2004 hatte der Handy-Weltmarktführer trotz steigender Umsätze und Rekordstückzahlen bei den verkauften Handys noch geringere Gewinne eingefahren. Nun berichtete Nokia zwar für das erste Quartal wieder von steigenden Umsätzen und Gewinnen, erklärte aber auch, man habe im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal 2 Prozentpunkte (von 34 auf 32 Prozent) Marktanteil verloren. Im Jahresvergleich blieb der Marktanteil bei den Mobiltelefonen konstant.

Den Rückgang gegenüber dem Vorquartal erklärte Nokia-Boss Jorma Ollila vor allem mit schwierigen Marktverhältnissen in den USA und Lateinamerika, während die Verkäufe sich besonders in China sehr erfolgreich entwickelten. Der asiatisch-pazifische Raum liege direkt dahinter, gefolgt von Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA). Nokia konnte im ersten Quartal 53,8 Millionen Mobilgeräte verkaufen, ein Plus von 20 Prozent. In China alleine stiegen die Verkäufe um 69 Prozent auf 7,1 Millionen Stück. Der Absatz im asiatisch-pazifischen Raum kletterte um 44 Prozent auf 10,6 Millionen Mobiltelefone, in EMEA stieg der Absatz um 27 Prozent auf 27,4 Millionen Stück. Den stärksten Rückgang verzeichnete Nokia in Nordamerika, hier brachen die Verkäufe um 33 Prozent auf 4,3 Millionen Stück ein. In Lateinamerika sanken die Stückzahlen um 12 Prozent auf 4,4 Millionen.

Insgesamt konnte Nokia aber die eigenen Erwartungen übertreffen und Gewinn sowie Umsatz in diesem Quartal steigern. Nokia verzeichnete einen Umsatz von 7,396 Milliarden Euro, ein Plus von 17 Prozent verglichen mit 6,346 Milliarden Euro im gleichen Vorjahresquartal. Der Nettogewinn stieg um 18 Prozent von 729 auf 863 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern stieg um 9 Prozent von 1,091 auf 1,192 Milliarden Euro. Änderungen bei den International Financial Reporting Standards (IFRS) ergaben neue Regeln unter anderem für die Verbuchung von Aktienprogrammen für Mitarbeiter; dies führte für 2004 zu einer nachträglichen Minderung des operativen Gewinns. In den neuen Bilanzzahlen für das laufende Geschäftsjahr und den von Nokia angegebenen Vergleichszahlen werden diese Änderungen, die zum 1. Januar in Kraft traten, bereits berücksichtigt.

Der Umsatz mit Handys stieg um 11 Prozent von 4,08 auf 4,527 Milliarden Euro. Mit Multimedia-Geräten verzeichnete Nokia einen Umsatz von 1,133 Milliarden Euro, ein Plus von immerhin 52 Prozent. Die Infrastruktur-Sparte für Mobilfunknetze erreichte einen Umsatz von 1,431 Milliarden Euro, ein Zuwachs um 6 Prozent. Der Bereich Unternehmenslösungen legte um 67 Prozent auf 307 Millionen Euro zu. Die operativen Gewinne mit Handys sackten Nokia allerdings weg: Ein Minus von 16 Prozent verzeichnete der Mobilfunkkonzern, der operative Gewinn sank von 1,029 auf 0,869 Milliarden Euro im Jahresvergleich. Die anderen Bereiche konnten dagegen ihre Ergebnisse verbessern: Bei der Multimedia-Sparte fiel statt eines Verlustes von 22 Millionen Euro ein operativer Gewinn von 155 Millionen Euro an. Der Bereich Enterprise Solutions reduzierte die Verluste von 35 auf 9 Millionen Euro, die Netzwerk-Sparte steigerte den Gewinn von 154 auf 221 Millionen Euro (plus 44 Prozent).

Für den weltweiten Handy-Markt ist Nokia optimistisch und erhöht die Prognose: Ein Wachstum von 15 Prozent auf rund 740 Millionen verkaufte Geräte erwartet der Handy-Konzern im Jahr 2005; zuvor gingen die Finnen noch von einer Steigerung um 10 Prozent aus. Das ingesamt unerwartet gute Ergebnis und die optimistische Prognose überzeugten die Investoren: Nach Vorlage der Bilanz stieg der Kurs der Nokia-Aktie in Frankfurt bis zum Mittag um knapp 5 Prozent.

Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Nokia in Euro

Quartal Umsatz Nettogewinn
1/00 6,5 Mrd. 0,91 Mrd.
2/00 7 Mrd. 0,98 Mrd.
3/00 7,58 Mrd. 0,92 Mrd.
4/00 9,28 Mrd. 1,21 Mrd.
1/01 8 Mrd. 1,05 Mrd.
2/01 7,35 Mrd. 0,83 Mrd.
3/01 7 Mrd. 0,76 Mrd.
4/01 8,79 Mrd. 1,15 Mrd.
1/02 7 Mrd. 0,92 Mrd.
2/02 6,94 Mrd. 0,90 Mrd.
3/02 7,2 Mrd. 0,88 Mrd.
4/02 8,8 Mrd. 1,24 Mrd.
1/03 6,7 Mrd. 0,97 Mrd.
2/03 7,02 Mrd. 0,66 Mrd.
3/03 6,9 Mrd. 0,86 Mrd.
4/03 8,79 Mrd. 1,17 Mrd.
1/04 6,63 Mrd. 0,82 Mrd.
2/04 6,64 Mrd. 0,71 Mrd.
3/04 6,94 Mrd. 0,66 Mrd.
4/04 9,063 Mrd. 1,019 Mrd.
1/05 (*) 7,396 Mrd. 0,863 Mrd.
(*) Ausgewiesen nach seit dem 1. Januar 2005 gültigen neuen IFRS-Bilanzierungsregeln
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