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Nokia stellt Geschäft mit Handy-Diensten neu auf

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Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat seinen Geschäftsbereich für mobile Dienste neu aufgestellt und mit seiner Geodaten-Tochter Navteq zusammengeführt. Der so entstehende Geschäftsbereich "Location & Commerce" solle neue ortsbezogene Dienste und Dienste für Soziale Netzwerke verbinden und mobile Plattformen für Entwickler und die Werbewirtschaft erstellen, teilte das Unternehmen mit. Zum Leiter des Geschäftsbereichs wurde Michael Halbherr berufen, der als "Executive Vice President" direkt dem Vorstandschef Stephen Elop unterstellt ist. Halbherr war zuletzt in Berlin für die Produktentwicklung von Nokia-Diensten zuständig.

Die Finnen haben außerdem eine im April angekündigte Outsourcing-Vereinbarung mit Accenture über die Symbian-Entwicklung in trockene Tücher gewickelt. Das bis 2016 geltende Abkommen sieht laut Mitteilung vor, dass 2800 Nokia-Mitarbeiter in China, Finnland, Indien, Großbritannien und in den USA bis Oktober 2011 zu Accenture wechseln sollen. Während der Umstellung der Nokia-Smartphones auf Windows Phone soll Accenture die weitere Entwicklung von und den Support für das bisher verwendete Betriebssystem Symbian übernehmen. Accenture soll außerdem dafür sorgen, dass die betroffenen Mitarbeitern mit dem Microsoft-Betriebssystem vertraut werden. Die Accenture-Tochter Avanade, die auf Systemintegration von Microsoft-Technik spezialisiert ist, soll für Nokia weitere Dienste leisten.

Der langjährige Handy-Marktführer steht unter massivem Wettbewerbsdruck. Bei den Smartphones hat Nokia Marktanteile an Konkurrenten mit dem Google-Betriebssystem Android sowie an den iPhone-Hersteller Apple verloren. Aber auch bei preiswerten Handys musste Nokia zuletzt seine Geschäftsprognosen nach unten korrigieren. Um den Trend wieder umzukehren hat Nokia eine Partnerschaft mit Microsoft vereinbart und nutzt bei künftigen Mobiltelefonen dessen Betriebssystem Windows Phone 7. (anw)