Nokia verliert erhebliche Marktanteile bei Handys in Westeuropa

Siemens konnte auf dem westeuropäischen Handy-Markt stark zulegen; Nokia bleibt aber in Westeuropa und weltweit trotz Verlusten Marktführer.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 289 Beiträge
Von
  • Jürgen Kuri

Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia hat mit seinen Handys einen erheblichen Teil der bisherigen Dominanz in Westeuropa verloren. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics gegenüber dpa ging der Marktanteil von Nokia im dritten Quartal auf 42,1 Prozent gegenüber 51,2 Prozent zwölf Monate zuvor zurück. Weltweit hatte Nokia laut dem Marktforschungsunternehmen im dritten Quartal einen Marktanteil von 33,8 Prozent gegenüber 33,9 Prozent im gleichen Vorjahresquartal.

Erheblich aufholen konnte der deutsche Konkurrent Siemens, dessen Marktanteil als Nummer zwei in Europa von 9,5 auf 17 Prozent stieg. Siemens konnte dabei vor allem im Segment billiger und mittlerer Handys auf Kosten von Nokia zulegen. Weltweit liegt Siemens auf dem vierten Platz mit einem Anteil von 8,9 Prozent.

Mit Mobiltelefonen der oberen Preisklassen steigerte sich Samsung (Südkorea) von 7,6 auf 8,6 Prozent. Das schwedisch-japanische Joint Venture Sony Ericsson erhöhte seinen Marktanteil mit demselben Schwerpunkt wie Samsung von 4,0 auf 6,6 Prozent. Motorola fiel in Westeuropa von 7,8 auf 6,3 Prozent zurück. Auf dem weltweiten Markt belegt Motorola den zweiten Platz (15 Prozent), gefolgt von Samsung (11,2 Prozent). Nach Siemens auf dem vierten Platz folgt LG mit 5,7 Prozent Marktanteil und dann Sony Ericsson (5,3 Prozent).

Für Nokia sei der Verlust von Marktanteilen besonders deutlich in Großbritannien ausgefallen, hieß es bei Strategy Analytics. Der finnische Weltmarktführer musste zum ersten Mal seit zwei Jahren einen rückläufigen Marktanteil in Westeuropa verbuchen und verkaufte im dritten Quartal 13,7 Millionen Handys gegenüber 13,5 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Insgesamt nahm der Handy-Absatz in diesem Zeitraum um 26,3 Prozent auf 32,4 Millionen Einheiten zu. Gegenüber dem zweiten Quartal 2003 betrug das Wachstum 7 Prozent. Für den gesamten Jahresverlauf korrigierte Strategy Analytics seine Prognose von 109 auf 125 Millionen verkauften Handys nach oben. "Gesund" entwickelt sich dabei nach den Erhebungen der Marktforscher die Nachfrage nach Handys mit Farbdisplays und eingebauten Kameras, ergänzt von weiter starker Nachfrage nach billigen Mobiltelefonen. (jk)