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Nominierungsphase für Negativ-Lobbypreis läuft

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Vier Nichtregierungsorganisationen und Watchblogs suchen zum dritten Mal Anwärter für die "Worst EU Lobbying"-Awards, die an Unternehmen oder Interessenverbände für besonders manipulative, irreführende oder andere problematische Taktiken bei ihrer Lobbyarbeit in Brüssel vergeben werden. Zusätzlich wird in diesem Jahr erstmals ein Preis in der Kategorie "Worst EU Greenwash" vergeben. Damit sollen Firmen ausgezeichnet werden, deren Werbung, PR- und Lobbyrhetorik im Widerspruch zu den wahren Umweltauswirkungen ihres Kerngeschäfts steht. Nominierungen für beide Sparten können bis zum 15. September online eingereicht werden. Aus den Nominierten wählen die Organisatoren zwei Listen mit jeweils fünf Kandidaten aus, die dann vom 15. Oktober bis 24. November im Web zur Abstimmung stehen. Die Gewinner sollen bei einer festlichen Preisverleihung am 4. Dezember in Brüssel bekannt gegeben werden.

Den Negativpreis haben die Aktivisten von Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch ausgelobt, um auf kontroverse Lobby-Methoden in der EU aufmerksam zu machen. "Das öffentliche Anprangern ist ein gutes Mittel, um Lobby-Praktiken einzudämmen, die demokratische Prinzipien untergraben", betont Ulrich Müller vom deutschen Blog LobbyControl.

Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung für die schlimmste Lobby-Arbeit in der EU an den Ölgiganten ExxonMobil für seine verdeckte finanzielle Unterstützung von klimaskeptischen Denkfabriken. 2005 erhielt die inzwischen eingestellte Campaign for Creativity die ungeliebte Trophäe. Die "irreführende Tarnorganisation" habe für Unternehmen wie Microsoft, SAP oder Wibu-Systems unfair Lobbyarbeit für Softwarepatente und den Schutz von Immaterialgüterrechten betrieben, hatte es damals geheißen. Auch die EU-Binnemarktkommission gehörte wegen einer umstrittenen Patentkonsultation bereits zu den Nominierten. (Stefan Krempl) / (Stefan Krempl) / (jk)

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