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Nordrhein-Westfalen: Medienwächter gehen gegen große Online-Pornoseiten vor

Die Landesmedienanstalt will gegen Porno-Portale vorgehen, weil sie das Alter der Besucher nicht prüfen. Auch eine Casino-App soll eingeschränkt werden.

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(Bild: dpa)

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NRW-Medienwächter wollen gegen ausländische Anbieter großer Porno-Portale in Deutschland vorgehen. Das hat eine Sprecherin der Landesanstalt für Medien NRW am Freitag bestätigt. "Wenn wir Jugendschutz ernst nehmen, dürfen wir auch vor grenzüberschreitenden Fällen nicht zurückschrecken", teilte sie mit. Der Spiegel hatte zuerst berichtet.

Die Medienwächter sehen den Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz verletzt, weil die Anbieter bei den Nutzern keine Altersprüfung vornehmen. Gleich mehrere dieser Anbieter gehören laut dem Web-Rankingdienst Alexa zu den 20 meist abgerufenen Internetseiten in Deutschland.

Den Anbietern beizukommen gilt als schwierig, weil sie ihren Sitz etwa auf Zypern haben. In der kommenden Woche wollen mehrere europäische Regulierungsbehörden in Brüssel über eine Neuregelung der E-Commerce-Richtlinie beraten. Sie soll es erleichtern, Rechtsverstöße ausländischer Anbieter zu verfolgen.

Der Direktor der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt, Tobias Schmid, will sich von diesen Hindernissen nicht abschrecken lassen und ein Exempel statuieren, sagte er laut Spiegel. Die Gefahr für den Jugendschutz werde schließlich nicht geringer, nur weil sie aus dem Ausland komme, sagte Schmid weiter. Er habe sich bereits mit den Medienwächtern auf Zypern in Verbindung gesetzt.

Zusätzlich will die NRW-Landesmedienanstalt in der umstrittenen Smartphone-App "Coin Master" unerlaubte Kaufappelle unterbinden. Diese App aus dem Bereich der simulierten Glücksspiele wird zur Zeit einer Prüfung auf eine mögliche Indizierung hin unterzogen, weil sie im Verdacht steht, Kindern und Jugendlichen als Einstiegsdroge in Casino-Spiele zu dienen.

(mit Material der dpa) / (tiw)