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Norton Disk Doktor zerschießt Mac-Platten

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Die Macintosh-Version des Festplattenreparaturprogramms "Norton Disk Doctor" von Symantec, das als Teil der Pakete "Norton Utilities" und "Norton System Works" ausgeliefert wird, zerstört offenbar in den Versionen 7.x und 8.x unter gewissen Umständen den Inhalt von Mac-Festplatten, wenn man versucht, diese auf Fehler zu überprüfen und zu reparieren. Darüber hinaus kann das Benutzen der Tools "Disk Doctor" und "Speed Disk" (Defragmentierer) Abstürze -- Kernel Panics -- aufgrund unzulässiger Zugriffe auf Kernel-Extensions (.kext) unter Mac OS X verursachen, die dann allerdings nicht zwangsläufig in Datenverlusten resultieren.

Über diese Fehler beschweren sich viele Anwender in einschlägigen Benutzerforen, unter anderem bei VersionTracker. Auf einem PowerBook G4 der c't-Redaktion ließ sich das Problem reproduzieren. Laut Auskunft eines Apple-Händlers sind verschiedenste Mac-Modelle und Betriebssystemversionen von dem Problem betroffen. Typisches Indiz: Die Rechner versuchen nach der missglückten Reparatur vergeblich, von der Festplatte zu starten, bleiben bei der Anzeige des Apple-Logos aber stehen. Einige Festplatten geben nach Auskunft Betroffener ungewöhnliche Geräusche von sich. Symantec Deutschland konnte auf Nachfrage von heise online noch keine Stellung nehmen, hat sich des Problems aber angenommen.

Nach derzeitigen Erkenntnissen kann man die zerschossene Festplatte zwar mit Apples eigenem Erste-Hilfe-Tool, Bestandteil des Festplatten-Dienstprogramms, wieder in Gang setzen -- doch gehen dabei sämtliche Daten verloren, weil die Platte formatiert werden muss. Informationen, ob Reparaturprogramme von anderen Herstellern die Platte ohne Datenverlust reparieren können, liegen derzeit noch nicht vor.

Solange Symantec seinen Kunden kein Update der Software zur Verfügung stellt, kann die c't-Redaktion von der Verwendung der Tools nur abraten. (Gösta Distelrath) / (se)