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Note 7: Greenpeace fordert Samsung zur Wiederverwendung auf

100 Kilo Gold, 1 Tonne Silber, 27 Tonnen Kobalt: Greenpeace hat ausgerechnet, wie viel Metall in den zurückgerufenen Note 7 steckt. Die Umweltschützer verlangen, dass Samsung die Geräte recycelt und seine Smartphones in Zukunft anders gestaltet.

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Röntgenbild des Galaxy Note 7

Röntgenbild des Galaxy Note 7

(Bild: iFixit / CC BY-NC-SA 3.0 )

Greenpeace fordert Samsung auf, die zurückgerufenen Exemplare des Galaxy Note 7 sorgfältig zu recyceln. "Samsung hat nun die Gelegenheit, ein Beispiel für die gesamte Industrie zu setzen: Werden die wertvollen Metalle wiederverwendet oder einfach entsorgt?", sagte Jude Lee von der Greenpeace-Niederlassung in Hongkong.

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Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, rechnet Greenpeace vor: Die 4,3 Millionen (laut koreanischen Medien) produzierten Note 7 wiegen zusammen 727 Tonnen und füllen rund 28 Schiffscontainer von je 40 Fuß Länge. In den Handys stecken unter anderem:

  • rund 27 Tonnen Kobalt,
  • knapp 2 Tonnen Wolfram,
  • über 1 Tonne Silber,
  • über 100 Kilogramm Gold ,
  • rund 40 Kilogramm Palladium und
  • zwischen 10 Kilogramm (konservativ geschätzt) und 90 Kilogramm Tantal.

Greenpeace betont, dass zur Gewinnung der Metalle gigantische Mengen Erz und Gestein gefördert werden müssen, zum Beispiel über 100.000 Tonnen für 100 Kilogramm Gold.

Samsung hat bisher nur bekanntgegeben, "die Telefone sicher entsorgen" zu wollen. Was der Konzern damit genau meint, ist unklar. Die umweltschädlichste Variante wäre, die Geräte zu deponieren. Besser wäre es, sie zu recyceln, also die Leiterplatten und Akkus einzuschmelzen.

Dabei werden viele Edelmetalle zu über 90 Prozent zurückgewonnen, andere Metalle (z. B. Seltene Erden, Indium) gehen jedoch unweigerlich verloren. Ein großer Teil der Kunststoffe wird in der Regel verheizt statt stofflich recycelt.

Am sinnvollsten wäre aus Umweltsicht die Wiederverwendung möglichst vieler Komponenten in anderen Geräten, was Samsung allerdings wohl kaum vorhat. Deshalb kann man schon jetzt von einer Umweltkatastrophe sprechen.

Greenpeace fordert Samsung auf, das Note-7-Desaster auch zum Anlass zu nehmen, sein Gerätedesign zu überdenken: Je langlebiger und reparatur- sowie recycling-freundlicher, desto besser. (cwo)

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