Menü

Notebook-CPUs: AMD Ryzen 7 2700U schlägt Intel Core i7-8550U

Intel bekommt wieder ernstzunehmende Konkurrenz im Notebook-Markt: Erste Benchmark-Ergebnisse eines Vorserien-Notebooks mit dem neuen Ryzen-Mobilprozessor bestätigen AMDs Versprechen auf hohe Performance.

Notebook-CPUs: AMD Ryzen 7 2700U schlägt Intel Core i7-8550U

(Bild: AMD)

Als AMD Ende Oktober seine Ryzen-Prozessoren für Notebooks vorgestellt hat, überraschten vor allem die angekündigten Leistungsdaten: Sie lagen weit über denen ihrer Vorgänger. AMD hatte allerdings auf hauseigenen Referenzplattformen und nicht in echten Notebooks gemessen. c't wurden nun erste Benchmark-Ergebnisse eines Vorserien-Notebooks mit Ryzen 7 2700U zugespielt, die die Versprechen untermauern: Im Cinebench R15 schafft der Prozessor 628 Multithread- beziehungsweise 146 Singlethread-Punkte.

Cinebench-R15-Ergebnisse eines Vorserien-Notebooks mit AMD Ryzen 7 2700U

Zum Vergleich: Intels Gegenstück Core i7-8550U – ebenfalls ein Quad-Core mit vier Kernen, acht Threads und 15 Watt TDP – erzielte im c't-Labor je nach Notebook zwischen 473 / 147 (Dell XPS 13) und 524 / 155 Punkte (Lenovo Yoga 920). Die Unterschiede erklären sich durch unterschiedliche BIOS-Optimierungen und Anpassungen der Lüfterkurven: Soll bei einem Notebook der Lüfter erst spät anlaufen, wird der Prozessor bis dahin heißer und fällt früher vom Turbo- auf Nominaltakt zurück. Auch können die Hersteller dank cTDP (configurable TDP) mitunter bis zu 25 Watt Abwärme zulassen, wenn das Kühlsystem diese abführen kann. cTDP ist auch bei den neuen Ryzen-Prozessoren möglich und war höchstwahrscheinlich auch im Vorseriengerät aktiv.

Dass Notebook-Hersteller mit cTDP und anderen Anpassungen viel Performance herausholen können, sieht man am Surface Book 2, in dem der sonst nur selten anzutreffende Core i7-8650U steckt: Microsoft lässt ihn dort trotz passiver Kühlung lange mit hohem Takt und hoher TDP laufen, sodass er im Cinebench R15 bis zu 672 / 167 Punkte schafft. Allerdings gilt dies nur für den ersten Cinebench-Durchlauf: Bei bereits aufgeheiztem Gehäuse und längerer Last brechen die Leistungswerte ein – und zwar auf ein niedrigeres Niveau als bei den oben genannten aktiv gekühlten Notebooks mit i7-8550U. Auch das Ryzen-Notebook hatte einen aktiven Lüfter.

Wer jetzt loslaufen und ein Ryzen-Notebook kaufen will, hat leider Pech. AMDs Aussage, dass man erste Notebooks noch vor Weihnachten kaufen könne, war augenscheinlich sehr optimistisch: Aktuell ist hierzulande kein solches Gerät lieferbar; die meisten Händler rechnen erst im neuen Jahr mit Zulauf. Selbst in AMDs Heimatmarkt USA sieht es noch mau aus: Dort findet man einzig das 700 US-Dollar teuere HP Envy x360 15 mit dem kleineren Ryzen 5 2500U in geringen Stückzahlen im Handel.

Käufer und Tester des HP-Geräts bemängeln, dass einiges mit sehr heißer Nadel gestrickt worden sei: Unter anderem stürzen die Grafiktreiber gerne unmotiviert ab. Auch liegt die 3D-Leistung der integrierten Vega-GPU nur in Benchmarks wie dem 3DMark deutlich vor Intels UHD 620, während sie die Mehrleistung in echten Spielen nicht auf den Boden bringen kann. Da bleibt nur zu hoffen, dass AMD mit künftigen Updates auch bei seinen Notebook-Grafiktreibern die dunklen Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen kann. (mue)

Anzeige
Anzeige