Notebook-Prozessoren: Ryzen 4000U stellt 10. Core-i-Generation in den Schatten

AMDs Ryzen-4000U-Prozessoren liefern deutlich mehr Rechenleistung als Intels Notebookprozessoren derselben TDP-Klasse.

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Notebook-Prozessoren: Ryzen 4000U stellt zehnte Core-i-Generation in den Schatten

Hauptplatine des Acer Swift 3 (SF314-42) mit AMD Ryzen 7 4700U

(Bild: c't)

Von
  • Florian Müssig

Anfang 2020 hat AMD die Prozessorserie Ryzen 4000 (Codename Renoir) enthüllt, die bis zu acht performante Zen-2-Kerne in den Notebook-Massenmarkt bringt. Das Topmodell Ryzen 9 4900HS hat Intels leistungsfähigste Gegenstücke in unserem Test bereits deutlich auf die Plätze verwiesen. Bei beiden Prozessorherstellern sind die H-Serien allerdings nicht für den Massenmarkt gedacht, sondern leistungsstarken und teuren Gaming-Notebooks vorbehalten.

Acer Swift 3 (SF314-42)

(Bild: c't)

Mit dem 1,2 Kilogramm leichten Acer Swift 3 (SF314-42) ist seit wenigen Tagen das erste Mainstream-Notebook mit Ryzen 4000U hierzulande erhältlich. Wir haben es in gleich zwei Ausstattungsvarianten ins Labor geholt, nämlich mit Ryzen 5 4500U und Ryzen 7 4700U.

Die beiden CPUs gehören zur U-Serie mit nominell 15 Watt Abwärme und taugen damit grundsätzlich für flache Notebookgehäuse, wie sie mittlerweile üblich sind. In diesem Zusammenhang wird die Besonderheit der neuen Ryzens deutlich: Während Intels Core-i-Prozessoren der zehnten Generation im U-Segment fast nur vier CPU-Kerne bietet, trumpft der Ryzen 5 mit sechs und der Ryzen 7 sogar mit acht Kernen auf.

Möglich wird dies, weil AMD die Chips bei TSMC mit 7 Nanometer Strukturbreite fertigen lässt. Intels 10-Nanometer-Fertigung – die hinsichtlich der Transistorgröße in etwa auf einem Niveau mit TSMCs 7-Nanometer-Prozess liegt – ist weiterhin von Ausbeuteproblemen geplagt, sodass das Gros an CPUs derzeit immer noch im älteren 14-Nanometer-Prozess vom Band läuft. Diese Fertigungsanlagen sind wiederum so stark mit Mainstream-Prozessoren ausgelastet, dass das von Intel angepriesene 14-Nanometer-Topmodell Core i7-10710U mit sechs Kernen in nicht einmal einer Handvoll Notebooks tatsächlich auftaucht, obwohl es in etliche Notebooks passen würde.

Das führt zu der Situation, dass bereits der Ryzen 5 4500U im Cinebench R20 mit über 1900 Punkten Core-i7-Modelle wie den 1065G7 (10 nm) oder 10510U (14 nm) deutlich hinter sich lässt: Sie kommen in den meisten Notebooks auf etwa 1300 Punkte, selbst bei besonders guter Kühlung sind keine 1700 Punkte möglich. Der Sechskerner Core i7-10710U mit 12 Threads hat in unseren Tests knapp 2300 Punkte und damit mehr als der Ryzen 5 4500U erzielt – der Ryzen 7 4700U ist mit über 2400 Punkten aber vorne.

Während der i7-10710U im Intel-Portfolio bereits am oberen Limit rangiert, ist bei AMD noch Luft: Anders als bei Mobilprozessoren üblich führen die beiden von Acer verbauten Ryzen-4000-Modelle pro Kern nur einen statt zwei Threads aus. Mit Ryzen 5 4600U und Ryzen 7 4800U hat AMD aber auch je einen Sechs- und Achtkerner mit aktiviertem Simultaneous Multithreading (SMT) präsentiert. Ihre Performance wird durch SMT keinesfalls verdoppelt, sollte aber dennoch nochmal ein gutes Stück höher liegen.

Einen ausführlichen Test des Acer Swift 3 (SF314-42) wird c't in Ausgabe 12/2020 veröffentlichen.

(mue)