Menü

Notebook-Prozessoren mit 1,13 GHz von Intel

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 57 Beiträge
Von

Unter dem unhandlichen Namen Mobile Pentium III Processor-M will Intel am heutigen Montag die Notebook-Version des in 0,13-Mikron-Technik gefertigten Pentium III (Codename Tualatin) mit Taktraten von 866 MHz bis 1,13 GHz herausbringen.

Gegenüber dem in 0,18 Mikron gefertigten Coppermine-Kern des bisherigen Mobile Pentium III bietet der Tualatin einige Vorteile: Intel hat den L2-Cache von 256 auf 512 KByte vergrößert und den Frontside-Bustakt auf 133 MHz beschleunigt. Die kleinere Strukturbreite lässt eine von 1,7 auf 1,4 Volt gesenkte Kernspannung zu, sodass die Leistungsaufnahme und damit auch die Abwärme schrumpfen. Im Speedstep-Betrieb schaltet der Prozessor den Takt auf 733 MHz (667 MHz bei der 866-MHz-Version) bei 1,15 Volt zurück, im neuen Stromsparmodus "deeper sleep" kommt er sogar mit 0,85 Volt aus.

Versionen mit noch niedrigeren Kernspannungen will Intel später anbieten: Die LV-Prozessoren (Low Voltage) sollen mit 1,15 Volt bei vollem Takt und 1,05 Volt im SpeedStep-Betrieb auskommen, die ULV-Varianten (Ultra Low Voltage) sogar mit 1,1 und 0,95 Volt. Da die Spannung quadratisch in den Verbrauch eingeht, käme der Mobile Pentium III-M bei gleicher Taktrate mit einem Drittel weniger Akkuleistung aus, was ein Vergleich der maximalen Leistungsaufnahme auch bestätigt:

Prozessorkern Takt TDPmax
Tualatin 1,13 GHz / 733 MHz 21,8 W / 9,3 W
Tualatin 1 GHz / 733 MHz 20,5 W / 9,3 W
Tualatin 933 MHz / 733 MHz 20,1 W / 9,3 W
Tualatin 866 MHz / 667 MHz 19,5 W / 9,0 W
Coppermine 1 GHz / 700 MHz 34,0 W / 16,1 W
Coppermine 900 MHz / 700 MHz 30,7 W / 16,1 W
Coppermine 850 MHz / 700 MHz 27,5 W / 16,1 W
Coppermine 800 MHz / 650 MHz 25,9 W / 15,1 W
TDPmax = maximale Thermal Design Power, die maximale Leistungsaufnahme. Vergleichswerte zum AMD Mobile Athlon 4 (mit Palomino-Kern) fehlen, da AMD die Datenblätter nicht veröffentlicht. Bei 1 GHz Takt und 1,4 Volt Kernspannung verbrät er vermultich rund 30 Watt, im PowerNow!-Betrieb bei 500 MHz und 1,2 Volt reichen wohl etwa 17 Watt.

In der Praxis hängt der tatsächliche Verbrauch eines Prozessors davon ab, wieviel er zu tun bekommt. Bei Taktraten in der Gigahertz-Gegend verarbeitet die CPU die Daten so schnell, dass sie die meiste Zeit in irgendwelchen HLT- und Deep-Sleep-Zuständen schlummert. Dass dies mittlerweile die wichtigsten Zustände der CPU sind, hat auch Intel erkannt und den Deepest-Sleep-Zustand mit lediglich 0,85 Volt Kernspannung eingebaut. Bei Highend-Notebooks mit Grundlasten von über 20 Watt für Grafikchip, Speicher und Display nutzen diese Modi allerdings recht wenig, da nur die Leistungsaufnahme des Prozessors sinkt.

Doch es gibt genügend Anwendungen, bei denen der Prozessor unter Volllast läuft, und dabei arbeitet der Tualatin bis zu neun Prozent schneller als ein Coppermine, wie der c't-Test in Ausgabe 14, Seite 19 gezeigt hatte. Zudem hat Intel bei der M-Serie mit "enhanced SpeedStep" endlich das schon lange geforderte dynamische Umschalten zwischen verschiedenen Taktraten und Kernspannungen umgesetzt. Je nach anfallender Rechenlast schalten die Prozessoren dynamisch zwischen den beiden Zuständen Maximalpower (1,4 Volt, maximaler Takt) und Batterie-optimiert (1,15 Volt, 667 oder 733 MHz) um. Bislang musste der Anwender manuell zwischen den zwei SpeedStep-Modi umschalten.

Zusammen mit den neuen Prozessoren bringt Intel einen neuen Notebook-Chipsatz auf den Markt, den i830. Im Unterschied zum Vorgänger i815 unterstützt er Enhanced SpeedStep und kann statt 512 MByte nun 1 GByte Hauptspeicher (PC100- oder PC133-Module) ansprechen. Als Southbridge (die bei Intels Hub-Struktur nun ICH, I/O Controller Hub, heißt) kommt der ICH3 zum Einsatz, der den ICH2 (zwei Ultra-ATA/100-Kanäle, 10/100-MBit-LAN, PCI-Bridge) um zwei auf insgesamt sechs USB-Ports erweitert. Die Notebooks profitieren von den USB-Ports allerdings kaum, da schon bisher maximal zwei Ports nach außen geführt sind.

Wie schon den i815 gibt es auch den i830 in drei Varianten: Der i830M hat AGP-4X und interne Grafik; dem i830MP fehlt die Grafik und dem i830MG fehlt der AGP. Anfangs liefert Intel nur den i830MP aus, die Versionen mit integrierter Grafik folgen später. Sie können als Besonderheit einen separaten Grafikspeicher ansprechen, der per Rambus-Interface angebunden ist. Wer jetzt schon ob teurer RIMM-Preise die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, sei beruhigt: Die Mainboard-Hersteller werden einzelne Rambus-Chips auf das Board setzen, was bei einigen Grafikkarten oder Spielekonsolen ebenfalls zu annehmbaren Preisen funktioniert.

Als erstes Notebook mit dem Intel Mobile Pentium III Processor-M erreichte das Dell Inspiron 8100 das c't-Labor. In Top-Ausstattung (1,13 GHz, 256 MByte Hauptspeicher, NVidia GeForce 2 Go, 48 GByte Festplatte, Microsoft Windows 2000) hängt es alle bisher getesteten Notebooks deutlich ab. Den ausführlichen Test bringt die Ausgabe 16/2001 von c't (ab dem heutigen Montag im Handel).

Obwohl das Datenblatt der Server-Variante (mit 512 KByte L2-Cache) seit Juni und das der Desktop-Variante (mit 256 KByte L2-Cache) seit Anfang Juli auf dem Intel-Server zu finden sind, tauchen beide in keiner Preisliste oder offiziellen Meldung auf.