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Notes-Spezialist IT Factory baut Engagement für Exchange aus

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Obwohl Microsoft Ende letzten Jahres mit dem Local Web Storage System (LWSS) und dem Office Designer zwei wichtige Komponenten aus dem Betaprogramm von Office XP herausnahm, baut IT Factory das Engagement für die Microsoft-Platform Exchange 2000 weiter aus. Das Unternehmen kündigt an, die auf Exchange spezialisierte Entwicklerfirma ECMS zu übernehmen. Bis zum September 2001 will IT Factory nun die von Microsoft hinterlassene Lücke schließen und die Entwicklung offline-fähiger Exchange-Anwendungen ermöglichen.

IT Factory ist bislang als ein mit Beacon Awards hoch dekorierter Partner von Lotus Development aufgetreten. Im Oktober letzten Jahres überraschte das Unternehmen mit der Ankündigung, in Zukunft auch Lösungen für Exchange 2000 anbieten zu wollen. Viele Beobachter sahen darin eine Abkehr von der Domino-Plattform. Wahrscheinlicher ist, dass IT Factory wie viele andere Business-Partner durch die Kapitalgeber gedrängt wird, auf mehr als ein Pferd zu setzen und mit Domino und Exchange den Markt vollständig zu bedienen.

Die Akquisition von ECMS passt in dieses Bild, das sich bei IT Factory schon im Juni letzten Jahres durch den Einkauf der niederländischen Documentaal, ein auf die Integration von Microsoft Office und Lotus Notes spezialisiertes Unternehmen, zeigte. Auch andere Business Partner diversifizierten vor dem Börsengang in das Microsoft-Umfeld, etwa Group Technologies.

Eine Cross-Plattform-Strategie wird auch als Grund für die aktuelle Akquisition genannt. Pikant ist, dass sich nun alte Kameraden wiedertreffen. So zitiert IT Factory in der Mitteilung über die Firmen-Übernahme Keith McCall, bei Microsoft als Exchange Solutions Product Unit Manager für die Exchange-Anwendungen zuständig. McCall war vor einigen Jahren noch bei Lotus für den gleichen Bereich auf der Domino-Plattform zuständig.

In einer weiteren Mitteilung kündigt IT Factory an, dass der ehemalige Lotus-CEO Jeff Papows nun zum Chairman of the Board ernannt wurde, mithin nun Vorsitzender des Gremiums ist, dem er bereits seit Mitte letzten Jahres angehört. Papows war bereits bei Lotus ein Garant guter Beziehungen zu Microsoft. Dass mit Cliff Reeves ein langjähriger Weggefährte von Papows bei Microsoft anheuerte, wird diese Beziehungen noch unterstützen.

Mit Spannung darf man die weitere Entwicklung der Partnerschaft von IT Factory und Lotus erwarten. In der Vergangenheit gab es einige Reibungspunkte wegen der Konkurrenz der ITF-Anwendungsarchitektur mit der von der Lotus Consulting favorisierten eigenen Lösung LSA, die auf der Lotusphere Europe als LiSA wieder auferstand. Man darf ebenfalls gespannt sein, ob IT Factory bis zum September dieses Jahres die ambitionierten Pläne umsetzen kann, die das Unternehmen jetzt ankündigt.

An großen Namen und der damit verbundenen Aufmerksamkeit fehlt es IT Factory jedenfalls nicht. Neben Papows als Chairman und dem Iris-Gründer Tim Halvorsen als Berater hätte beinahe der scheidende Lotus-CTO Nick Shelness das Triumvirat vervollständigt. Dieser Coup kam dann jedoch nicht zu Stande. (Volker Weber) / (jk)

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