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Nreal Light ausprobiert: AR-Headset in Sonnenbrillen-Größe für unter 1000 Dollar

Das AR-Headset Nreal Light zeigt eine ähnliche Bildqualität wie Microsoft Hololens und Magic Leap, ist aber deutlich kleiner und billiger.

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CES-Überraschung Nreal Light: AR-Headset in Sonnenbrillen-Größe für unter 1000$ ausprobiert

Alle echten AR-Headsets mit Raumtracking waren bislang viel zu klobig, um sie im Alltag tragen zu können, Microsofts Hololens bringt fast 600 Gramm auf die Waage.

Auf der CES gelang dem chinesischen Startup Nreal nun ein Überraschung-Coup: Sein AR-Headset namens Light ist nur wenig größer als eine Sonnenbrille und wiegt nur 85 Gramm, kann aber in Sachen Bildqualität mit Hololens und Magic Leap mithalten. Mehr noch: Das Bild war in manchen Belangen sogar besser. Zwar fehlte uns der direkte Vergleich, aber wir gehen nach unseren Erfahrungen davon aus, dass die Darstellung heller und schärfer ist als bei der Konkurrenz.

Spiegel und Display

Statt Waveguides wie bei Magic Leap und Hololens nutzt Nreal eine andere Technik, um das Displaybild in der Brille anzuzeigen; wir vermuten, dass halbdurchlässige Spiegel zum Einsatz kommen, im Datenblatt ist von "combined lightguide" die Rede.

Video: Nreal Light ausprobiert
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In der Brille steckt laut Nreal ein OLED-Display mit 1080p-Auflösung, dessen Bild offenbar auf beide Augen aufgeteilt wird. Die Darstellung wirkt gestochen scharf und kontrastreich. Das Sichtfeld ist ähnlich (klein) wie bei der Konkurrenz, Nreal gibt es mit 52 Grad an (diagonal).

Die Nreal Light wird über einen kleinen Controller-Puck bedient (rechts), daneben ist die Recheneinheit zu sehen.

(Bild: heise online / jkj)

Tracking-Probleme

Noch nicht so gut funktioniert das Tracking: Die im Raum "installierten" virtuelle Objekte wackeln bei Kopfbewegungen auffällig hin und her. Außerdem ist der Handcontroller (3DOF) sehr unzuverlässig: In unserem Probelauf verschwand häufig der virtuelle Laserpointer, mit dem man Objekte auswählt. Und: Sowohl Brille als auch die externe Rechnereinheit werden ziemlich heiß. Die Rechnereinheit läuft mit Android und wird von einem Snapdragon 845 angetrieben. Sie wiegt 170 Gramm.

Die Nreal Light kann auf Wunsch auch mit Korrekturgläsern verwendet werden.

(Bild: jkj / heise online)

An Software hatte Nreal noch nicht viel zu bieten, aber die vorhandenen Demos waren sehr charmant. So lief zum Beispiel permanent eine virtuelle Katze durch den echten Raum, mit der man per Laserpointer spielen konnte. Außerdem gab es ein virtuelles Kino mit frei platzierbarer Leinwand, und, sehr nett: Schaute man auf eine (echte) Stehlampe im Raum, konnte man über eine Farbpalette (virtuell) die Lichtfarbe einstellen.

Die Nreal Light soll im dritten Quartal 2019 in den Handel kommen und voraussichtlich unter 1000 US-Dollar kosten. (jkj)

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