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Nur ein Augenblick – und schon in 3D gefangen

Die Bandbreite der 3D-Scanner auf der CeBIT reicht von der Android-App über Laserlinien-Drehtellergeräte bis zu kameragespickten Kabinen, in denen bequem zwei Leute gleichzeitig posieren können. Wir haben das Angebot mal gescannt.

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3D-Scanner auf der CeBIT

Die kleinen Leute aus dem 3D-Drucker bevölkern jetzt auch die CeBIT – zwar nicht in Scharen, aber zuverlässig dort, wo Aussteller ihre 3D-Personenscanner vorführen, etwa die Firmen Solidcraft (Halle 3, K18) und 3D Elements (Halle 9, B07). Beherrschendes Thema bei den Anbietern solcher Photogrammetrie-Kabinen ist nicht nur die technische Optimierung der Berechnung von 3D-Geometrie aus lauter Einzelbildern, die das zu scannende Objekt aus zig unterschiedlichen Blickwinkeln ins Visier nehmen, sondern auch die gesamte Prozesskette vom Scan vor Ort bis zum Versand der in 3D gedruckten Figur

So verwundert es nicht, dass die Anbieter der teuren 3D-Scan-Kabinen ihren Kunden große Teile der weiteren Schritte ebenfalls als Dienstleistung anbieten. Das geht bis hin zu Partnerschaften mit großen Einzelhandelsketten – iGo3D als Mutterfirma von Solidcraft hat gerade eine Zusammenarbeit mit dem Büromaterialhändler Staples bekanntgegeben, in deren Rahmen ab April in dessen Filiale in der Osdorfer Landstraße in Hamburg einer der 3D-Scanner seinen Platz finden soll.

Für handlichere Objekte, die man vielleicht in Originalgröße auf seinem 3D-Drucker replizieren will, eignen sich die Scan-Kabinen weniger – ganz davon abgesehen, dass man sich privat wohl kaum einen der mehrere zehntausend Euro teuren Apparate leisten wird. Aber auch für bescheidenere 3D-Scan-Ansprüche hat die CeBIT einiges zu bieten. Unsere Bilderstrecke zeigt interessante Geräte und Anlagen verschiedener Gewichtsklassen.

3D-Scanner auf der CeBIT 2015 (9 Bilder)

3D-Ganzkörperscanner von Solidcraft

Die neu gegründete Firma Solidcraft gehört zum 3D-Drucker-Händler iGo3D und zeigt deshalb auf deren Stand (Halle 3, K18) ihren neuen Photogrammetrie-Personenscanner. Die kleinen schwarzen Punkte in den weißen Paneelen sind die Objektive der vielen eingebauten Miniaturkameras.

Die Arbeitsweise der (leider noch nicht erhältlichen) Android-App Aquilaviz (Halle 9, A28) macht das folgende Video deutlich: Live berechnet die Anwendung auf dem Mobiltelefon aus dem Kamerabild eine erste Punktwolke. So kann man sich sicher sein, dass der Scan geklappt hat – bei klassischen Photogrammetrie-Anwendungen erfolgt die Berechnung des 3D-Modells und damit die Stunde der Wahrheit erst hinterher, wenn man möglicherweise nicht mehr vor Ort ist.

Der Eigenbau-3D-Scanner 3Digify (Halle 9, D23; siehe auch Bilderstrecke) liefert je nach verwendetem Kamera-Paar beeindruckend feine Oberflächendetails. Um ein Objekt rundherum zu erfassen, wird kein Drehteller benötigt – es lässt sich auch per Hand vor den Linsen zwischen einzelnen Aufnahmen jeweils ein Stück weiterdrehen. Beim folgenden Scan-Beispiel wurde sogar die beschriftete Unterseite der Grundplatte erfasst:

Der chinesische Hersteller S Square System (Halle 6, E29) zeigt auf der CeBIT Scan-Software in zwei Spielarten: Sense Objects soll sowohl mit Sensoren von PrimeSense, etwa der ersten Kinect für Windows, aber auch mit Intels 3D-Kamera RealSense zusammenarbeiten und sich auch für Ganzkörperscans eignen. Magic Kiosk hingegen konzentriert sich auf das Gesicht und setzt gescannte Porträts echter Menschen auf die Comic-Körper vorgefertigter Avatare:

3D-Scanner für technische Anwendungen wie fürs Ego waren auch auf der 3D-Druck-Fachmesse Euromold in Frankfurt im November 2014 ein heißes Thema. (pek)

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