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Nvidia GeForce RTX 2060 angetestet

Die GeForce RTX 2060 muss zeigen, ob sie wirklich so schnell ist wie die teurere GTX 1070 Ti. Die Raytracing-Leistung prüfen wir mit dem neuen Test Port Royal.

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GeForce RTX 2060 angetestet

Nvidias GeForce RTX 2060 Founders Edition kostet 370 Euro, soll aber die 3D-Leistung der teureren GeForce GTX 1070 Ti erreichen.

(Bild: c’t)

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 370 Euro ist die GeForce RTX 2060 die preislich attraktivste bislang vorgestellte Karte mit Turing-GPU. Sie sortiert sich zwischen ihrer Quasi-Vorgängerin GeForce GTX 1060 6 GByte und der GeForce GTX 1070 Ti ein.

Angetrieben wird sie von der TU106-GPU, die auch auf der GeForce RTX 2070 zum Einsatz kommt. Allerdings hat Nvidia sie gegenüber der großen Schwester um ein Sechstel von 36 auf 30 Streaming-Multiprocessors zurechtgestutzt. Übrig bleiben nach dem Eingriff 1920 Shader-Kerne, 120 Texture Mapping Units (TMUs) und 48 Rasterendstufen (ROPs).

Zudem fällt der GDDR6-Speicher mit 6 GByte kleiner als bei RTX 2070 aus und ist mit 192 statt 256 Datenleitungen angebunden. Daraus ergibt sich ein Speicherdurchsatz von 336 GByte/s. Auf dem Papier erreicht die RTX 2060 damit knapp 82 Prozent der Rechenleistung der RTX 2070 und 75 Prozent des Speicherdurchsatzes. Gegenüber der 1060 mit 6 GByte macht sie einen ordentlichen Sprung nach vorn. Nvidia vergleicht die neue Karte auch eher mit der GTX 1070 Ti, die vereinzelt schon für um die 400 Euro zu finden ist, meist aber mehr kostet.

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In der Praxis kommt diese Einschätzung offenbar ganz gut hin: Die GeForce RTX 2060 Founders Edition erzielt im DirectX-12-Benchmark 3DMark Time Spy 7589 Punkte, eine werksübertaktete Asus ROG Strix 1070 Ti liegt mit 6962 etwa 9 Prozent zurück. Zum Vergleich: Die MSI GeForce GTX 1060 Gaming X 6G kommt auf 4610 Punkte. Wie gehabt, liegt die Pascal-Generation im DirectX-11-Test Firestrike Extreme leicht vorn. Die GTX 1070 Ti führt mit 9079 Punkten knapp vor der RTX 2060 (8874 Punkten), die GeForce GTX 1060 liegt etwa 31 Prozent zurück (6116 Punkte). Dieses Bild bestätigte sich auch in unseren Spieletests.

Der neue Test "Port Royal" aus der 3DMark-Suite prüft die Raytracing-Performance.

Um die RTX-Performance zu prüfen, kam erstmals der brandneue Raytracing-Benchmark Port Royal aus der 3DMark-Suite zum Einsatz. Die Ergebnisse sind weniger als absolute Werte interessant und geben auch keinen Aufschluss über die Raytracing-Performance in Spielen wie Battlefield V. Vielmehr vermitteln sie einen Eindruck von der relativen RT-Leistung der Turing-Karten. Die GeForce RTX 2060 gibt mit 3787 Punkten (18 fps) die Basis vor, die RTX 2070 erreicht 4865 Punkte (23 fps) und die RTX 2080 packt 5698 Punkte (28 fps). Eine RTX 2080 Ti stand uns für diesen Test nicht zur Verfügung.

Die 6 GByte Speicher der RTX 2060 reichen selbst bei höchster Detail- und Texturstufe noch aus — in 4K, das die Karte dann nicht mehr flüssig darstellt.

Die RTX 2060 liefert in Full- und WQHD-Auflösung flüssige Bildraten, für 4K mit voller Detailstufe ist sie in aktuellen Spielen jedoch zu schwach. Damit verliert zumindest vorerst die Sorge an Bedeutung, 6 GByte könnten zu wenig sein: Selbst bei mit allen Reglern am Anschlag, HD-Texturpack und 4K-Auflösung brauchte Far Cry 5 etwa 5,6 GByte an Speicher.

[Update:] Aktiviert man in Battlefield V die RTX-Effekte, wird der Speicher durchaus knapp. In der Karte Tirailleur rutschte die GeForce RTX 2060 FE immer wieder deutlich unter die 60-fps-Marke – und zwar schon bei Full HD mit Ultra-Preset und mit DXR-Level "low".

Der Ersteindruck der GeForce RTX 2060 Founders Edition ist also durchaus positiv, wenngleich Nvidia den Trend fortsetzt, dass Modellstufen der Turing-Familie nicht nur die Performance, sondern auch den Preis des nächsthöheren Vorgängermodells übernehmen. Wir erinnern uns: Die GeForce GTX 1060 debütierte als Founders Edition von Nvidia für 320 Euro.

Einen umfangreicheren Test der GeForce RTX 2060 Founders Edition lesen Sie in c’t 3/2019.

GeForce GTX 1060 GeForce GTX 1070 Ti GeForce RTX 2060 GeForce RTX 2070 GeForce RTX 2080
GPU GP106 (Pascal) GP104 (Pascal) TU106 (Turing) TU106 (Turing) TU104 (Turing)
Fertigung 16 nm FinFET 16 nm FinFET
12 nm FinFET 12 nm FinFET 12 nm FinFET
Shader- / RT- / Tensor-Kerne 1280 / - / - 2432 / - / - 1920 / 30 / 240 2304 / 36 / 288 2944 / 46 / 368
GPU- / Boost-Takt 1506 / 1708 MHz 1607 / 1683 MHz 1365 / 1680 MHz 1410 / 1710 MHz 1515 / 1800 MHz
Rechenleistung (SP) 4,4 TFLOPs 8,2 TFLOPs 6,45 TFLOPS 7,9 TFLOPS 10,6 TFLOPs
Speicher 6 GByte GDDR5 8 GByte GDDR5 6 GByte GDDR6 8 GByte GDDR6 8 GByte GDDR6
Speicheranbindung 192 Bit 256 Bit 192 Bit 256 Bit 256 Bit
Datentransferrate 192 GByte/s 256 GByte/s 336 GByte/s 448 GByte/s 448 GByte/s
TDP 120 Watt 180 Watt 160 Watt 175 Watt 225 Watt
Preis ab (Referenz) 290 Euro 480 Euro 370 Euro 640 Euro 850 Euro

(bkr)

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